Tour de France

Vorjahressieger Bernal schiebt Favoritenrolle ab

Tour-Vorjahressieger Egan Bernal (links) 2018 mit seinem Konkurrenten Primoz Roglic

Tour-Vorjahressieger Egan Bernal (links) 2018 mit seinem Konkurrenten Primoz Roglic

Vorjahressieger Egan Bernal schiebt vor dem Start zur Tour de France Rivale Primoz Roglic die Favoritenrolle zu. «Er war bei den letzten Rennen der Stärkste. Er ist geflogen», sagt der Kolumbianer.

Er fühle sich besser als beim Critérium du Dauphiné, das er vorzeitig beendet hatte, erklärte Bernal vor dem Tour-Auftakt am Samstag in Nizza. "Aber ich habe noch Schmerzen im Rücken. Ich hoffe, dass es im Verlauf der Tour besser wird." Bei dieser Tour de France müsse man "vom ersten Tag an in Topform sein".

Auch Roglic, der vor seiner Karriere als Radprofi ein starker Skispringer war, musste früher aus dem Dauphiné aussteigen. 2019 gewann der Leader des Teams Jumbo-Visma die Vuelta, zudem wurde er Dritter beim Giro d'Italia. Bernal seinerseits war im Vorjahr mit 22 Jahren und 196 Tagen zum jüngsten Tour-Sieger seit 1909 aufgestiegen.

Vor der um zwei Monate verschobenen Frankreich-Rundfahrt entschied er den internen Machtkampf mit den ehemaligen britischen Siegern Chris Froome und Geraint Thomas für sich. "Egan hat es verdient, unser absoluter Leader zu sein. Er ist ein brillanter Fahrer und ein grosses Talent", sagte Ineos-Teamchef Dave Brailsford und stellte klar: "Wir sind hier, um die Tour zu gewinnen. Wir sind so ambitioniert wie immer schon." In den letzten acht Jahren hat die britische Formation sieben Mal den Gesamtsieger gestellt. Einzig 2014, als der in diesem Jahr abwesende Italiener Vincenzo Nibali triumphierte, ging das damals noch unter Sky firmierende Team leer aus.

Dass nun mit Jumbo-Visma ein vergleichbar starker Rennstall als Konkurrent bereitsteht, anerkannte Brailsford: "Sie hatten ein starken Saisonbeginn. Aber es wäre völlig falsch von unserer Seite, uns nur auf eine gegnerische Equipe zu konzentrieren." Bernal hingegen sieht den Vorteil, dass man sich mit Jumbo-Visma die Verantwortung fürs Rennen teilen könne.

Zumindest der Auftakt zur Tour bietet aber den Sprintern eine der wenigen Chancen. Mit Start und Ziel in Nizza wartet eine 156 km lange Runde auf die Fahrer. Die zwei Bergpreise der dritten Kategorie dienen eher dazu, dass am Samstag auch das Bergtrikot vergeben werden kann. Die letzten 50 km sind flach, das Ziel liegt direkt am Strand auf der berühmten Promenade des Anglais. Der Australier Caleb Ewan ist der Topfavorit auf das erste Gelbe Trikot.

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