Nach dem überlegenen Sieg darf Tony Martin weiterhin auf ein Topresultat im Gesamtklassement hoffen. Der dreifache Zeitfahr-Weltmeister absolvierte den 24,5 km langen Kurs in und um Worb in 31:37 Minuten, was einem Stundenmittel von 46,5 km/h entsprach. Seine Konkurrenz distanzierte er um 22 Sekunden und mehr.

Am nächsten kam ihm Tom Dumoulin. Der Holländer - nicht bekannt als Bergspezialist und damit wohl aus der Entscheidung im Gesamtklassement - bleibt gleichwohl erster Verfolger Martins. Als Tagesdritter bleibt Strassenweltmeister Rui Costa (Por) weiterhin ein heisser Kandidat auf den Gesamtsieg. Der Tour-de-Suisse-Sieger von 2012 und 2013 liegt als Dritter aber bereits über eine Minute (1:05) hinter Martin zurück. Eine ausgezeichnete Leistung zeigte auch der Schweizer Mathias Frank. Der Gesamtfünfte des Vorjahres büsste als Fünfter nur 45 Sekunden auf die Tagesbestzeit ein und darf sich als Gesamtvierter mit 1:14 Minuten Rückstand weiterhin Hoffnungen auf einen Spitzenplatz an der Schweizer Rundfahrt machen.

Bereits beim Prolog am vergangenen Samstag in Bellinzona hatte sich Tony Martin im Kampf gegen die Uhr durchgesetzt und seither das Leadertrikot souverän verteidigt. Und so war der Wahlschweizer auch im Bernbiet der grosse Favorit auf den Tagessieg. Alles andere als ein Erfolg des Deutschen wäre eine grosse Überraschung gewesen, zumal keine Zeitfahrspezialisten am Start waren.

Der aussichtsreichste Schweizer Fahrer auf den Tagessieg war Fabian Cancellara. Der Zeitfahr-Olympiasieger von 2008 befindet sich nach seinem Trainingssturz Anfang Juni (noch) nicht in gewünschter Form. Da in umgekehrter Reihenfolge des Gesamtklassements gestartet wurde, musste Fabian Cancellara schon als Zweiter auf die Strecke. Der Lokalmatador hielt lange Zeit die Bestzeit, wurde als bester Schweizer (0:41 zurück) schliesslich Vierter.

Die zwei letzten Etappen der 78. Tour de Suisse enden mit den Bergankünften in Verbier (Samstag) und Saas-Fee (Sonntag).