Die Niederlage zum Auftakt, bei der er auf Etappensieger Rohan Dennis nach bester Zwischenzeit neun Sekunden verloren hatte, scheint Küng verarbeitet zu haben. Die Strapazen der letzten Tage, mit dem 216,6 Kilometer langen Teilstück auf den Gotthardpass als Höhepunkt, hätten jedenfalls keine allzu grossen Spuren hinterlassen. "Heute am Gotthard habe ich mich gut gefühlt. Ich war nie am Anschlag und konnte mich zurückhalten", so Küng.

Einer der Gründe für die Schlappe in Langnau war nach einer sechswöchigen Rennpause wohl die fehlende Rennhärte. Diese hat sich Küng in den letzten Tagen geholt. In Arlesheim im Finale und in Einsiedeln in der Fluchtgruppe hatte Küng versucht, die Mannschaften der Sprinter zu überlisten. Auch wenn die Angriffe letztlich erfolglos blieben, Küng bewies zumindest, dass er gut in Form ist.

In einer ausgezeichneten Verfassung befindet sich auch Rohan Dennis, der stärkste Widersacher von Küng in den Prüfungen gegen die Uhr. Offen ist, wie der Australier, der noch gute Chancen auf den Gesamtsieg hat, die ersten beiden Bergetappen kräftemässig verdaut hat. Küng erwartet zumindest, dass es am Samstag auf dem flachen Parcours mit nur 100 Metern Höhendifferenz keinen Zufallssieger geben wird.

Zuversicht mag Küng die Erinnerung ans Vorjahr geben. Damals gewann er das abschliessende Einzelzeitfahren in Bellinzona. Dieser Erfolg war sein bisher einziger in der Tour de Suisse, sieht man vom Mannschafts-Zeitfahren ab.