Mit dem Sieg der Holländerin Anouska Koster endete das Frauenrennen von Gippingen. Mit diesem Rennen der Kategorie 1.2 des Weltverbandes UCI, dem einzigen von zwei in dieser Kategorie eingestuften Frauenrennen in der Schweiz, wurden die Gippinger Radsporttage abgeschlossen. Entschieden wurde das Rennen im Sprint von zwei Fahrerinnen. Nach 113 km war die erst 21-jährige Anouska Koster die frischere von zwei Animatorinnen, die in der zweiten von vier über Schlatt führenden Runden angegriffen hatten. Die aus Groningen in Nordholland stammende Koster kam damit zu ihrem ersten Sieg in einem internationalen Rennen. Für ihr holländisches Frauenteam «Rabo-Liv» war es in Gippingen beim vierten Start allerdings bereits der vierte Sieg. Wie letztes Jahr war den Holländerinnen in Gippingen nicht beizukommen. Bereits am Samstag hatte mit Thalita de Jong eine Fahrerin von «Rabo-Liv» das Rundstreckenrennen über 41 km gewonnen.

Am Sonntag liess im Endspurt Koster ihrer Fluchtgefährtin, der Französin Edwige Pitel, keine Chance. «Am Berg hatte ich die Flucht ausgelöst. Da fühlte ich mich stärker. Obwohl ich warmes Wetter gerne habe, plagten mich am Schluss Beinkrämpfe. Koster konnte ich den Sieg deshalb nicht mehr streitig machen», schilderte Pitel den Rennausgang. Mit ihren 48 Jahren hat sie zwar einiges mehr an Rennerfahrung als Siegerin Koster. Sie könnte jedoch ebenso gut die Mutter von der Siegerin wie von der bestplatzierten Schweizerin, der im siebten Rang ins Ziel fahrenden Juniorenmeisterin Sina Frei, sein. Frei sorgte so dafür, dass auch bei den Schweizerinnen die Jugend vor den Seniorinnen ins Ziel kam: Die 17-jährige spurtete im um den vierten Platz kämpfenden Feld um einiges besser als die auch über 40-jährigen Marcia Eicher und Jutta Steinen.

Altersmässig zwischen Frei und dem Duo Eicher/Steinen liegt die amtierende Strassenmeisterin Mirjam Gysling. Die 28-jährige schnelle Sprinterin aus dem Zürcher Oberland wurde im Spurt gut von ihren Mannschaftskolleginnen lanciert. Als sie jedoch antrat und in den Kampf um den vierten Platz eingreifen wollte, verklemmte sich die Kette im Wechsel ihres Rennrades. Für Gysling war damit ein Spitzenplatz weg, konnte sie doch nur noch im Leerlauf ins Ziel fahren.
Obwohl die Vorentscheidung 30 km vor dem Ziel fiel, nahm das zweitwichtigste Rennen der diesjährigen Gippinger Radsporttage einen animierten Verlauf. In der Anfangsphase löste eine Fluchtgruppe die andere ab. Erfreulicherweise waren in den verschiedenen Fluchtgruppen auch regelmässig Schweizer dabei.