Tour de France

Roglic gewinnt die erste Bergankunft - Alaphilippe behält Gelb

Der 30-jährige Slowene Primoz Roglic jubelt über den Sieg bei der ersten Bergankunft der 107. Tour de France

Der 30-jährige Slowene Primoz Roglic jubelt über den Sieg bei der ersten Bergankunft der 107. Tour de France

Primoz Roglic entscheidet mit der Bergankunft in Orcières-Merlette das erste Kräftemessen der Favoriten zu seinen Gunsten. Julian Alaphilippe behält als Etappen-Fünfter das Maillot jaune.

Julian Alaphilippe im Maillot jaune, Vorjahressieger Egan Bernal sowie dessen kolumbianische Landsleute Nairo Quintana und Miguel Angel Lopez, der ebenfalls hoch gehandelten Franzose Thibaut Pinot und auch Tom Dumoulin sowie ein halbes Dutzend weitere Mitfavoriten - sie alle hielten beim ersten richtigen Kräftemessen dieser Rundfahrt mit und wahrten ihre Chancen auf den Gesamtsieg.

Doch einer überstrahlte mit seiner Leistung im 7-km-Bergsprint hinauf zur auf 1825 m Höhe gelegenen Skistation in Orcières-Merlette alle anderen: Primoz Roglic. Wie der 30-jährige Slowene auf den letzten paar hundert Metern "kickte", ohne dass ihm die Anstrengung wirklich anzusehen war, war höchst beeindruckend. Der letztjährige Vuelta-Sieger setzte sich bei der ersten von heuer vier Bergankünften souverän gegen seinen neun Jahre jüngeren Landsmann Tadej Pogacar durch.

Hirschi hielt nicht ganz mit

Marc Hirschi, der während zwei Tagen das weisse Trikot für den besten Jungprofi trug, konnte im Schlussaufstieg den Besten ganz am Ende nicht mehr folgen. Der 22-jährige Berner vom Team Sunweb büsste 38 Sekunden auf die Spitze ein, wodurch er im Gesamtklassement vom 3. in den 23. Rang zurückfiel.

Mit seinem dritten Tour-Etappenerfolg beendete Roglic auch gleich alle Spekulationen über seinen Formstand. Diese hatte sich ergeben, weil er vor gut zwei Wochen in der vorletzten Etappe des Critérium du Dauphiné gestürzt war. Daraufhin gab der ehemalige Spitzen-Skispringer, obwohl in der Gesamtwertung in Führung, das wichtigste Vorbereitungsrennen vor der Tour auf. Vor dem Grand Départ in Nizza war aus seinem Umfeld gar zu vernehmen, dass der Start zur Frankreich-Rundfahrt unsicher sei.

Roglic: "Ein gutes Zeichen"

Beim Höhepunkt der Saison nicht dabei zu sein, war aber keine Option für Roglic, der zuvor in neun Renntagen fünfmal triumphiert hatte. Er sei zwar noch nicht ganz auf dem Niveau wie beim Dauphiné, doch "ich fühle mich von Tag zu Tag besser". Dieser Etappensieg sei "ein gutes Zeichen" für den weiteren Verlauf der Tour, befand der Captain des einmal mehr enorm stark auftretenden Teams Jumbo-Visma.

Gefragt im Siegerinterview mit dem französischen TV, wann er denn gedenke, dem Franzosen Julian Alaphilippe das Maillot jaune abzunehmen, blieb Roglic cool: "Es geht darum, das Gelbe Trikot in Paris in unseren Reihen zu haben. Damit das gelingen kann, müssen wir als Team jeden Tag und in jeder Etappe konzentriert und ohne Verletzung bleiben. Wir werden sehen, was noch alles passiert."

Am vierten Tour-Tag verbesserte sich Roglic im Gesamtklassement zunächst einmal in den 3. Rang, mit noch sieben Sekunden Rückstand auf Alaphilippe. Der Franzose erreichte nach 160,5 km das Ziel in Orcières-Merlette als Fünfter. Gesamt-Zweiter ist nach wie vor der Brite Adam Yates (0:04 zurück).

Unmittelbar nach dem Start in Sisteron hatte sich eine Spitzengruppe von sechs Fahrern gebildet. Deren Maximalvorsprung betrug vier Minuten. Am Fusse des Schlussaufstiegs hatte das Feld, angeführt von Alaphilippes Helfern, mit dem Letten Krists Neilands den letzten Ausreisser eingeholt.

Am Tag nach der ersten Bergankunft erhalten die Sprinter in der 5. Etappe ihre nächste Chance. Von Gap auf gut 850 m Höhe geht es über 183 km hinunter nach Privas auf 270 m über Meer. Topfavorit auf den Tagessieg ist der Australier Caleb Ewans, der Sieger der 3. Etappe am Montag nach Sisteron.

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