Tour de Suisse

Richie Porte übernimmt Leadertrikot von Stefan Küng

Der Australier Richie Porte (im Bild) löste Stefan Küng als Leader der Tour de Suisse ab.

Der Australier Richie Porte (im Bild) löste Stefan Küng als Leader der Tour de Suisse ab.

Stefan Küng fuhr seit dem Tour-Auftakt und dem Sieg im Teamzeitfahren in Frauenfeld im Leadertrikot durch die halbe Schweiz. Am Mittwoch fand diese schöne Zeit für den Thurgauer mit der Bergankunft in Leukerbad ihr Ende. Gelb übernahm der BMC-Teamkollege Richie Porte.

Der Tagessieg im Wallis ging an Diego Ulissi. Der Italiener kam wie der tags zuvor siegreiche Däne Christopher Juul-Jensen mit ausgezeichneter Form aus dem Giro d'Italia in die Schweiz. Von den sieben Schweizern hielt in der 5. Etappe von Gstaad nach Leukerbad einzig Mathias Frank mit der Spitze mit.

Der Luzerner klassierte sich zeitgleich mit dem seit fünf Jahren in Lugano wohnhaften Ulissi als 15. In der Gesamtwertung verbesserte sich Frank mit 67 Sekunden Rückstand auf den Australier Porte - herrührend vom missglückten Mannschaftszeitfahren am letzten Samstag - auf Platz 16.

Küngs Defekt wegen eines Konkurrenten

Den umgekehrten Weg, von der Top-Position zurück in den 31. Rang, ging nicht unerwartet Stefan Küng. Bis 6 km vor dem Ziel hielt sich der grossgewachsene Ostschweizer im Kreis der bis zu 20 kg leichteren Kletterspezialisten.

Dann allerdings war der Tank, gerade als der Spanier Mikel Landa als Erster der Favoriten attackierte, definitiv leer. "Es war demoralisierend, als er mit fast doppelter Geschwindigkeit wegfuhr. Da weisst du dann wieder, wo du wirklich hingehörst", so Küng.

Der ehemalige Bahnweltmeister in der Einzelverfolger hatte schon hinauf nach Crans-Montana, einem Hors-Catégorie-Anstieg von knapp 14 km Länge, viel Energie investieren müssen. "Ein Konkurrent, ich weiss nicht wer, fuhr mir unten im Berg ins Hinterrad. Dieses war kaputt und ich musste auf den Mannschaftswagen warten. Mindestens eine Minute kostete mich das Ganze", ärgerte sich der 24-Jährige.

Bis zum Zeitfahren in Helferrolle

Und bis zur Rückkehr ins Spitzenfeld verpuffte Küng Kräfte, die er später vor Leukerbad noch gut hätte gebrauchen können. Der "kleine Funken Hoffnung" (Küng), das Trikot wider Erwarten nochmals behalten zu können, verkam zum "Ding der Unmöglichkeit". Letztlich büsste der Ex-Leader fast dreieinhalb Minuten auf Ulissi und Co. ein.

In den kommenden Tagen werde er wohl in die Helfer-Arbeit eingespannt, so Küng. "Schliesslich habe ich bislang noch nicht allzu viel machen müssen." Der Thurgauer hat aber auch den Sonntag noch in seiner Agenda dick angestrichen.

Nur allzu gerne würde er diese bereits gelungene Heimrundfahrt mit einem Sieg im 34 km langen Zeitfahren in Bellinzona beschliessen. "Ich fühlte mich die letzten Tage sehr gut. Deshalb schaue ich Bellinzona optimistisch entgegen."

Portes Ziel: Gelb in Frankreich

Anstelle von Küng strahlte im Gelben Trikot dafür Richie Porte. Der 33-jährige Australier, der in Leukerbad Achter wurde, hatte sich im letzten Anstieg noch mit dem Thurgauer unterhalten: "Ich fragte Stefan, wie es ihm gehe. Er meinte, es werde für ihn schwierig. Aber gut für das Team, konnte ich Gelb übernehmen." Diese Trikotfarbe gefalle ihm sowieso, verriet Porte - wenig überraschend - auch noch.

Damit nahm er Bezug auf die im Juli beginnende Tour de France, wo der Gesamtführende wie in der Schweiz ebenfalls ein Maillot jaune trägt: "Dort das Leadertrikot zu tragen und zu gewinnen, ist mein ultimatives Ziel."

Bislang waren den Ambitionen von Porte, einem ehemaligen Edelhelfer des Briten Chris Froome, an dreiwöchigen Rundfahrten kein grosser Erfolg beschieden. Ein 5. Rang aus der Tour 2016 ist seine mit Abstand beste Klassierung an einer Grand Tour.

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