Roglic gewann die 73. Ausgabe der Westschweizer Rundfahrt letztlich 49 Sekunden vor dem Portugiesen Rui Costa und 1:12 Minuten vor dem letztjährigen Tour-de-France-Sieger Geraint Thomas. Mathias Frank machte im Zeitfahren keine Positionen mehr gut und beendete die Rundfahrt als bester Schweizer im 12. Gesamtrang. Die angestrebte Top-10-Platzierung verpasste der Luzerner letztlich um 7 Sekunden.

Die Hoffnungen der Schweizer Zuschauer auf einen weiteren Etappensieg eines einheimischen Fahrers erfüllten sich am Genfersee nicht. Stefan Küng, der Gewinner des zweiten Teilstücks nach Morges, verlor auf dem 16,85 km langen Parcours als Sechster 22 Sekunden auf die Bestzeit.

Küng brachte wie schon im Prolog, den er als Siebenter beendet hatte, die nötigen PS nicht wie gewünscht auf die Strasse. Der Zeitfahrspezialist aus dem Thurgau blickt dennoch auf eine gelungene Woche zurück. Auch bei seiner dritten Teilnahme nach 2015 und 2017 gelang ihm in der Romandie ein Etappensieg. Nun legt der 25-Jährige aus dem Team Groupama-FDJ eine fast sechswöchige Rennpause ein. Erst zum Start der Tour de Suisse am 15. Juni in Langnau kehrt er zurück.

Roglic - der logische Sieger

Primoz Roglic war nach einer für ihn (fast) perfekten Woche der logische Gesamtsieger. Der 29-Jährige vom niederländischen Team Jumbo-Visma stand mit einer Ausnahme in jeder der sechs Etappen auf dem Podest. Die Führung im Gesamtklassement übernahm er mit seinem Sprintsieg am Mittwoch, nachdem er tags zuvor den Sieg im Prolog nur um 39 Hundertstel verpasst hatte. Auch bei der Bergankunft am Samstag in Torgon erwies sich Roglic als stärkster Fahrer. Auch im abschliessenden Zeitfahren fuhr er erneut in einer eigenen Liga. Dem zweitplatzierten Belgier Victor Campenaerts, immerhin zweifacher Zeitfahr-Europameister und seit knapp drei Wochen Stunden-Weltrekordhalter auf der Bahn, nahm er 13 Sekunden ab.

Nach der Fernfahrt Tirreno - Adriatico und der UAE Tour im März gewann Roglic mit der Tour de Romandie in diesem Jahr bereits die dritte Rundfahrt in der World Tour. Sein nächstes Ziel ist der Giro d'Italia, der am Samstag mit einem Zeitfahren in Bologna beginnt. Auch die Tour de France, in der er im letzten Sommer einen Etappensieg gefeiert hat, steht in Roglic' Saisonplanung.