Radsport
Kann Mathias Frank sein Team retten?

Das Schweizer Profiteam IAM Cycling um Mathias Frank steht womöglich vor seiner letzten Saison. Findet Geldgeber Michel Thétaz bis im Frühling keinen Co-Sponsor, kommt es zum Aus.

Simon Steiner
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Hoffnungsträger für das IAM-Team: Mathias Frank.

Hoffnungsträger für das IAM-Team: Mathias Frank.

Keystone

Gestern ist Mathias Frank mit seinen Teamkollegen ins Trainingslager nach Mallorca gereist. Dieses markiert für die Profis von IAM Cycling den Start in die Saison 2016. Es ist das vierte Jahr des Bestehens für die Schweizer Equipe – und es könnte das letzte sein. Teamchef und Geldgeber Michel Thétaz hat klargemacht, dass er den Rennstall nur weiter unterstützen will, wenn er für 2017 einen Co-Sponsor findet.

In der vergangenen Saison, der ersten in der höchsten Liga des Strassenradsports, ist das Team klar unter den Erwartungen geblieben. Siege in den grossen Rennen blieben aus, im Ranking der 17 World-Tour-Teams schloss IAM Cycling das Jahr auf dem letzten Platz ab. «Das ist nicht zufriedenstellend», sagt Thétaz klar. «Es ist unser Anspruch, uns zumindest im Mittelfeld zu klassieren.»

Tour de France als Saisonziel für Frank

Richten müssen das jetzt die Fahrer, und zwar in erster Linie die bisherigen. Namhafte Verstärkungen blieben aus, während mit Sylvain Chavanel und Sébastien Reichenbach zwei Leistungsträger das Team verlassen mussten. «Wir müssen als Kollektiv noch stärker auftreten», sagt Mathias Frank. Der 29-Jährige, der mit seiner Familie soeben vom Baselbiet ins neue Eigenheim am Sempachersee gezogen ist, sorgte mit seinem 8. Gesamtrang bei der Tour de France für das Highlight in der Saison 2015.

Die Frankreich-Rundfahrt steht für Frank auch dieses Jahr wieder im Zentrum der Planung. Gegenüber dem letzten Jahr, als er im Frühling mehrmals krank war, erhalten bei ihm aber auch die Schweizer Rundfahrten wieder einen höheren Stellenwert. Zuerst die Tour de Romandie, dann die Tour de Suisse, auf die er heuer zwecks Tour-de-France-Vorbereitung verzichtet hatte. Im August lockt zudem das Olympia-Strassenrennen in Rio, das auf starke Bergfahrer wie Frank zugeschnitten ist.

Für Topresultate sollen auch andere sorgen

Und nach 2016? «Wir haben es in der Hand, mit guten Leistungen einen zusätzlichen Geldgeber anzulocken», sagt Frank. Neben dem Luzerner soll insbesondere der italienische Sprinter Matteo Pelucchi, der noch besser unterstützt werden soll als in der Vergangenheit, für die Topresultate sorgen. Oder rettet Routinier Martin Elmiger das Team? Der 5. Rang bei Paris–Roubaix hat dem 37-jährigen Zuger Lust auf mehr gemacht: «Jetzt weiss ich, dass ich dort um den Sieg mitfahren kann.»

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