Tour de France
Jury lehnt Protest ab: «Ellbögler» Peter Sagan bleibt von Tour ausgeschlossen – Cavendish ebenfalls out

Weltmeister Peter Sagan bleibt von der 104. Tour de France ausgeschlossen. Ein Einspruch des Slowaken und seines deutschen Teams Bora-hansgrohe gegen die Disqualifikation wurde von der Jury vor dem Start der fünften Etappe abgelehnt.

Elia Diehl
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Das wilde Etappenfinale am Dienstag war von einem doppeltem Tour-Ende überschattet: Der Brite Mark Cavendish schied verletzt aus und die Rennjury schloss den solwakischen Strassenweltmeister Peter Sagan nach der vierten Etappe am Dienstag von der 104. Tour de France aus. Dagegen legte sein deutsches Team Bora-hansgrohe allerdings Protest ein.

Von vorne: Peter Sagan verursachte auf der Zielgeraden in Vittel den Sturz von Mark Cavendish. Der Slowake fuhr vor dem Unfall extrem weit am Strassenrand. Der 32-jährige Brite versuchte indes, zwischen dem Weltmeister und der Absperrung hindurch- und vorbeizufahren.

Ellenbogencheck oder Kopfstoss?

Dabei kam es im Spurt zu einer Berührung der Oberkörper – Nahaufnahmen zeigen gar, wie Cavendish zuerst mit seinem Kopf Sagan abzudrängen versucht.

Beide Fahrer geraten aus dem Gleichgewicht und Weltmeister Sagan drückte daraufhin seinen Ellenbogen deutlich nach aussen in Richtung Cavendish – was die Jury als Stoss wertete. Allerdings war der Brite da bereits im Begriff zu stürzen.

Protest abgelehnt

Die Jury liess sich am Mittwoch nicht erweichen: Die 104. Tour de France geht heute mit der fünften Etappe ohne Peter Sagan weiter, er bleibt ausgeschlossen. «Wir haben uns dazu entschieden, Peter Sagan von der Tour de France 2017 zu disqualifizieren. Er hat auf den letzten Metern des Sprints Kollegen ernsthaft gefährdet», erklärte Jury-Präsident Philippe Marien.

Auch Mark Cavendish ist nicht mehr dabei: Er brach sich beim Sturz das rechte Schulterblatt und musste die Tour aufgeben. Dies ergaben Untersuchungen im Spital in Nancy. Eine Operation bleibt Cavendish zunächst erspart.

«Ich bin natürlich unheimlich enttäuscht», so Cavendish. «Ich sah mich in einer guten Position zu gewinnen, diese zu verlieren und sogar die Tour verlassen zu müssen, ein Rennen, um das ich meine ganze Karriere gebaut habe, ist wirklich traurig.» Den Rest der Rundfahrt werde er nun gezwungenermassen vor dem Fernseher verfolgen. (edi/sda)

Das sagten die beiden Fahrer direkt danach im Ziel