Giro d'Italia

Hindley gewinnt Königsetappe, Kelderman übernimmt Rosa

Temperaturen um den Gefrierpunkt am Giro 2020: Der Aufstieg zum Stilfserjoch auf 2757 Meter über Meer verlangte den Fahrern alles ab

Temperaturen um den Gefrierpunkt am Giro 2020: Der Aufstieg zum Stilfserjoch auf 2757 Meter über Meer verlangte den Fahrern alles ab

Der viertletzte Tag des 103. Giro d'Italia bringt einen Leaderwechsel. Während Wilco Kelderman von Joao Almeida die Maglia Rosa übernimmt, gewinnt sein Teamkollege Jai Hindley die Königsetappe.

Die 207 km lange 18. Etappe in der Lombardei hat gehalten, was man sich von ihr versprochen hat. Bei teilweise Temperaturen um den Gefrierpunkt und inmitten schneeweisser Landschaft entwickelte sich unweit der Schweizer Grenze ein attraktives Rennen, das bereits über 50 km vor dem Ziel lanciert wurde und deshalb zu grösseren Abständen zwischen den Favoriten führte.

Als Rohan Dennis am Fusse der 25 km langen Steigung zum Stilfserjoch das Tempo verschärfte, konnten nur sein Ineos-Teamkollege Tao Geoghegan Hart und Jai Hindley dem zweifachen Zeitfahr-Weltmeister folgen. Dieses Duo machte im Schlussanstieg zu den Cancano-Stauseen letztlich den Etappensieg unter sich aus - mit dem besseren Ende für Hindley. Der 24-jährige Australier liess im Bergsprint den ein Jahr älteren Briten hinter sich und feierte den grössten Erfolg seiner Karriere.

Sunweb pokert und gewinnt

Beinahe hätte Hindley auch noch die Führung im Gesamtklassement übernommen. Nur zwölf Sekunden fehlten ihm am Ende auf seinen Teamcaptain Wilco Kelderman. Der Niederländer, der die Etappe als Gesamtzweiter hinter Leader Almeida in Angriff genommen hatte, musste die letzten 45 km alleine absolvieren. Anstatt Hindley als Unterstützung für Kelderman nach hinten zu beordern, pokerte das deutsche Team Sunweb hoch und gewährte dem Australier freie Fahrt. Mit dem Tagessieg und dem Maglia rosa sprang für den Arbeitgeber von Marc Hirschi am Ende das Maximum heraus.

Der grosse Verlierer des Tages war João Almeida, der seit der 3. Etappe im rosafarbenen Leadertrikot unterwegs war und in den letzten Tagen kaum Schwächen gezeigt hat. Im langen Anstieg zum Stilfserjoch auf über 2700 Meter über Meer musste der 22-jährige Portugiese jedoch früh abreissen lassen. Bis ins Ziel büsste er fast fünf Minuten auf die Spitze ein. Als Gesamtfünfter liegt Almeida neu 2:16 Minuten hinter Kelderman zurück. Seinen Traum vom Gesamtsieg muss der Giro-Debütant damit wohl begraben.

Die knappen Abstände an der Spitze der Gesamtwertung versprechen jedoch ein Herzschlagfinale. Geoghegan Hart liegt als Gesamtdritter vor den letzten drei Etappen nur 15 Sekunden hinter Kelderman zurück.

Bevor am Wochenende mit der letzten Bergetappe und dem abschliessenden Zeitfahren in Mailand der Kampf um den Gesamtsieg im Zentrum steht, dürften am Freitag für einmal wieder die Sprinter im Fokus stehen. Die mit 259 km längste Etappe der aktuellen Italien-Rundfahrt verläuft über vorwiegend flaches Terrain.

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