Greg LeMond hat seinen Forderungen nach Reformen in der UCI nach dem Fall Lance Armstrong Nachdruck verliehen. Der Amerikaner kündigte in einem Interview mit der französischen Zeitung Le Monde an, für die Wahl des UCI-Präsidenten im September 2013 kandidieren und so den umstrittenen Iren Pat McQuaid aus dem Amt drängen zu wollen.

«Ja, ich bin bereit dafür. Ich wurde gefragt und habe eingewilligt. Es ist Zeit zu handeln – jetzt oder nie – wenn wir das Vertrauen der Öffentlichkeit und Sponsoren für den Radsport zurückgewinnen wollen», sagte LeMond. Er wisse nicht, ob er der beste Kandidat sei, aber er sei «gewillt, die Institution demokratischer und transparenter aufzustellen». Auch wolle er nach einem geeigneten Nachfolger suchen, der diesen Kurs langfristig durchsetzen könne.

LeMond ist einer der führenden Köpfe der neu formierten Anti-Doping-Bewegung «Change Cycling Now», die am Montag ihren Abschlussbericht nach einer zweitägigen Zusammenkunft präsentierte. Sie will die UCI für ihre umstrittene Rolle im Armstrong-Fall und dem daraus resultierenden massiven Imageschaden für den Radsport zur Verantwortung ziehen.

LeMond hatte McQuaid bereits im Oktober in einem offenen Brief kritisiert. Zudem hatte der 51-Jährige, nach der Aberkennung der sieben Titel von Lance Armstrong der einzige amerikanische Sieger der Tour de France, die Erfolge des Texaners lange vor dessen Verurteilung öffentlich mit Doping in Verbindung gebracht.

Die UCI war im Bericht der US-Anti-Doping-Agentur Usada über Armstrong indirekt beschuldigt worden, positive Dopingproben des Amerikaners verschleiert zu haben. (si)