Cavendish hatte sich für die diesjährige Austragung der Tour viel vorgenommen, zumal die ersten drei Etappen in seiner Heimat gefahren werden. Der 29-jährige Sprintstar träumte davon, sich in Harrogate, dem Zielort der ersten Etappe und der Heimatstadt seiner Mutter, erstmals das Gelbe Trikot des Tour-Leaders überzustreifen. Doch der Schlussspurt endete für den 25-fachen Etappensieger 250 m vor der Ziellinie mit einem Drama. 

Cavendish stritt mit dem Australier Simon Gerrans um die beste Position an der Spitze des Feldes und brachte beide durch eigenes Verschulden zu Fall. Der Brite stürzte hart auf seine rechte Schulter und musste sich danach einige Minuten sammeln, ehe er ganz langsam, mit angewinkeltem rechten Arm und schmerzverzerrtem Gesicht, über die Ziellinie fuhr.

Cavendish liess den Start in der zweiten Etappe auch nach Untersuchungen im Spital erst noch offen. Er kam ohne Brüche davon, kugelte sich aber die rechte Schulter aus und zog sich dabei Bänderrisse zu. "Ich hatte gewissen Optimismus, dass es nur eine Schwellung sein könnte und diese bis am Morgen zurückgehen würde. Aber es ist schlimmer geworden, ich kann meinen Arm nicht bewegen. Ich bin bitter enttäuscht", sagte Cavendish am Sonntag nach einer schlaflosen Nacht.

Als einzige Option blieb ihm, die Tour vorzeitig zu beenden. Die diesjährige "Grande boucle" wird also nach 2008 erstmals wieder ohne einen EtappensiegCavendishs zu Ende gehen.