Die Equipe des früheren Strassen-Weltmeisters Philippe Gilbert kann in der noch jungen Saison bereits 20 Siege vorweisen.

Besonders in den letzten Tagen demonstrierte QuickStep Floors bei den Halbklassikern in Belgien seine Dominanz eindrücklich; das Team stellte mit Elia Viviani (Drei Tage von De Panne), Niki Terpstra (E3 Harelbeke) und Yves Lampaert (Quer durch Flandern) gleich dreimal den Tagessieger.

Mit Gilbert, Terpstra und Lampaert sowie Zdenek Stybar, 2015 und 2017 Zweiter bei Paris - Roubaix, hat QuickStep je nach Rennverlauf mehrere Asse im Ärmel.

Herausgefordert wird QuickStep Floors auf den knapp 265 km zwischen Antwerpen und Oudenaarde unter anderen vom endschnellen Norweger Alexander Kristoff (Sieger 2015) und dem Slowaken Peter Sagan.

Der Weltmeister der letzten drei Jahre zählt auch dann zu den Sieganwärtern, wenn das Rennen über die berüchtigten "Hellinge" und Kopfsteinpflaster-Passagen nicht im Sprint entschieden wird. Dies hatte er bei seinem Triumph 2016 (vor Fabian Cancellara) eindrücklich bewiesen.

Peter Sagan

Peter Sagan

BMC hofft auf Van Avermaet

Ein Sprint einer grösseren Gruppe verhindern möchte das vom Zürcher Andy Rihs finanzierte und mit einer US-Lizenz fahrende Team BMC um seinen Captain Greg van Avermaet.

Der Strassen-Olympiasieger von 2016 hatte im Vorjahr die Rennen in seiner Heimat praktisch nach Belieben dominiert. Er gewann drei Halbklassiker, wurde an der Flandern-Rundfahrt Zweiter und fuhr eine Woche später bei Paris - Roubaix seinen ersten Sieg bei einem der fünf Radsport-Monumente ein.

Ein Jahr danach fällt seine Zwischenbilanz ziemlich mager aus. Als Dritter beim E3 in Harelbeke kann Van Avermaet nur einen Podiumsplatz vorweisen. "Meine Form ist nicht schlechter als im letzten Jahr", zeigte sich der 32-Jährige im Vorfeld kämpferisch. BMC hält an seinem Captain fest, obwohl nicht wenige Experten im belgischen Blätterwald daran zweifeln, dass es für Van Avermaet nach vielen vergeblichen Anläufen nun endlich mit dem Triumph an der Flandern-Rundfahrt klappen soll.

Greg van Avermaet ist der Hoffnungsträger der BMC-Truppe

Greg van Avermaet ist der Hoffnungsträger der BMC-Truppe

Schweizer mit Helferrollen

Zum Erfolg ihres Captains beitragen sollen bei BMC auch die beiden Schweizer Helfer Michael Schär und Stefan Küng. Besonders Küng bewies in den letzten Renntagen eine gute Form. Trotz ausgekugelter Schulter, die er sich vor drei Wochen beim Tirreno - Adriatico zugezogen hatte, zeigte sich der Schweizer Klassiker-Fahrer der Zukunft in den Vorbereitungsrennen in Belgien sehr aktiv. Er fuhr Lücken zu, positionierte sich in Fluchtgruppen und stellte sich voll in den Dienst von Van Avermaet. Es wäre dem 24-jährigen Thurgauer gegönnt, auch einmal auf eigene Rechnung fahren zu dürfen.

Neben Küng und Schär sind mit Gregory Rast (Trek-Segafredo) und den beiden ProContinental-Fahrern Lukas Spengler (WB Aqua) und Patrick Müller (Vital Concept) drei weitere Schweizer provisorisch gemeldet. Dass einer des Schweizer Quintetts bereits heuer in die Fussstapfen von Fabian Cancellara tritt, ist sehr unwahrscheinlich. Der mittlerweile zurückgetretene Berner hatte das Rennen 2010, 2013 und 2014 gewonnen und zählt in Flandern deshalb noch heute zu den beliebtesten Radprofis, die nicht aus Belgien stammen.

Stefan Küng

Stefan Küng

Die 102. Ausgabe der "Ronde" verpassen werden Silvan Dillier und Reto Hollenstein. Der Aargauer Dillier ist nach seinem Anfang März bei der Strade Bianchi erlittenen Fingerbruch nicht rechtzeitig in Form gekommen. Der Thurgauer Hollenstein muss sogar für alle Frühjahrsklassiker in Belgien passen, nachdem er sich vor Wochenfrist bei "Drei Tage von De Panne" beim Überfahren einer Trinkflasche einen Ellbogenbruch zugezogen hat.