Vorwurf
Dopingsünder Armstrong wollte Barack Obama erpressen

Dopingsünder Lance Armstrong war sich seiner Sache sicher und sich seiner Macht bewusst. Das ging soweit, dass er 2008 den heutigen US-Präsidenten Barack Obama zu erpressen versuchte.

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Lance Armstrong gibt Kampf gegen Dopingvorwüfe auf
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Lance Armstrong bei der Dopingkontrolle im Jahr 2002
Lance Armstrong versuchte sich zuletzt auch als Triathlet
Lance Armstrong Welmeister 1993 in Oslo
Lance Armstrong, der Weltmeister
Lance Armstrong an der Tour 2004
Lance Armstrong bei seinem Sieg bei der Tour der France im Jahr 2005.
Lance Armstrong an der Tout 2010 - vor allen anderen.
Lance Armstrong an der Tour 2010
Lance Armstrong im Abschlusszeitfahren 2010
Ein Bild aus besseren Tagen: Lance Armstrong und Johan Bruyneel
Lance Armstrong (links) und Gregory Rast waren bei Astana Teamkollegen Lance Armstrong (links) und Gregory Rast waren schon bei Astana Teamkollegen
Das Podest der Tour de Suisse (v.l.n.r): Lance Armstrong (2.), Gesamtsieger Fränk Schleck und Jacob Fuglsang (3.) Das Podest der Tour de Suisse (v.l.n.r): Lance Armstrong (2.), Gesamtsieger Fränk Schleck und Jacob Fuglsang (3.)

Lance Armstrong gibt Kampf gegen Dopingvorwüfe auf

Keystone

Lance Armstrong fühlte sich auf dem Höhepunkt seiner auf Betrug aufgebauten Radsport-Karriere anscheinend allmächtig. 2008 soll der Texaner einem Report der US-Starpublizistin Selena Roberts zufolge sogar versucht haben, den heutigen US-Präsidenten Barack Obama zu erpressen.

Laut den Recherche-Ergebnissen der 46-jährigen Autorin, die 2007 den Baseball-Dopingfall Alex Rodriguez enthüllt hatte, wollte Armstrong Obama im Sommer 2008 zur Teilnahme an einer Veranstaltung seiner Krebsstiftung Livestrong bewegen.

Nachdem der damalige Präsidentschaftskandidat der Demokratischen Partei wegen seiner Europa-Reise abgesagt hatte, soll Armstrong in einem Mail an Obamas Parteifreund John Kerry gedroht haben, gegen Obama mobilzumachen. «Wenn Krebs für die Demokratische Partei kein Thema ist, gehen wir in die Livestrong-Datenbank mit ihren Millionen von registrierten Mitgliedern und lassen alle wissen, wo die Demokratische Partei in dieser Frage steht», hiess es laut Roberts in Armstrongs Nachricht an Kerry.

Nahm Bill Clinton Einfluss?

Roberts spekuliert in ihrem im Internet veröffentlichten Bericht weiter, Armstrong habe bis zuletzt seinen Einfluss in der Politik zum eigenen Vorteil genutzt. So soll die überraschende, zwischenzeitliche Einstellung der offiziellen Ermittlungen gegen den Texaner auf den Einfluss des früheren US-Präsidenten Bill Clinton beim zuständigen Staatsanwalt Andre Briotte zurückzuführen sein.

Die frühere Autorin der «New York Times» weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass Armstrong just zum Zeitpunkt der damaligen Verfahrenseinstellung 100000 Dollar für eine von Clintons Demokraten unterstützte Organisation gespendet habe, die Brustkrebs-Therapien für unterprivilegierte Frauen finanziert.