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Doping-Hacker nehmen Schweizer Olympiasieger ins Visier: Akten von Cancellara und Schurter veröffentlicht

Cancellara im Jahr 2011: Er fuhr damals mit einer Ausnahmebewilligung, um verbotene Mittel einnehmen zu dürfen.

Cancellara im Jahr 2011: Er fuhr damals mit einer Ausnahmebewilligung, um verbotene Mittel einnehmen zu dürfen.

Die Hacker-Gruppe «Fancy Bears» hat weitere Dokumente veröffentlicht, welche sie bei der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA erbeutet hat. Erstmals sind auch die Namen zweier Schweizer Sportler auf der Liste: Fabian Cancellara und Nino Schurter.

Zwei Schweizer Olympiasieger von Rio de Janeiro gehören zur neusten Gruppe von Sportlern, von denen die Hacker-Gruppe «Fancy Bears» medizinische Details veröffentlicht hat. Fabian Cancellara und Nino Schurter befinden sich auf der 43 Athleten zählenden Liste, die damit insgesamt nun 107 Namen stark ist. Auf ihr werden Sportler aufgeführt, welche dank einer Ausnahmegenehmigung (TUE genannt) Medikamente legal einnehmen durften, die eigentlich auf der Dopingliste stehen.

Zwei Dokumente zu Fabian Cancellara

Zeitfahr-Olympiasieger Fabian Cancellara hat demnach mindestens zwei Mal eine Ausnahmebewilligung erhalten. Im Jahr 2011 wurden ihm vor der Spanien-Rundfahrt Cortison und Antihistaminica verabreicht. Zwei Jahre später erhielt er erneut eigentlich verbotene Medikamente.

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Legal, aber mit Beigeschmack

Auch Mountainbike-Olympiasieger Nino Schurter ist ins Kreuzfeuer der Hacker geraten. Von ihm wurden gleich drei Dokumente veröffentlicht, aus den Jahren 2008, 2009 und 2010.

Weitere bekannte Namen der neusten Liste sind der deutsche Tischtennis-Spieler Timo Boll, US-Leichtathlet Galen Rupp oder der britische Radrennfahrer Stephen Cummings.

IOC-Präsident Thomas Bach hatte die Hacker nach früheren Veröffentlichungen aufgefordert, ihre Aktivitäten zu beenden. Dies sei ein inakzeptabler Vorgang, bei dem unschuldige Athleten mit Doping in Verbindung gebracht würden. Internationale Sportverbände betonen, dass die enttarnten Athleten gegen keine Richtlinien verstossen hätten. Es gebe ärztlich begründete Atteste, die die Einnahme der Medikamente erlaubten. (ram)

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