Tour de France
Dilliers Premiere, Küngs Ambitionen – die Chancen der Schweizer Radprofis an der Tour de France

Vier Schweizer Radprofis werden morgen in Noirmoutier-en-l’Île an der Startlinie stehen, wenn der Auftakt zur Tour de France erfolgt. Was kann man von diesem tapferen Quartett erwarten? Kein Spektakel. Aber dank Stefan Küng und Michael Schär liegen sogar Etappensiege im Bereich des Möglichen.

Marcel Kuchta
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Stefan Küng gewann in Bellinzona seine erste Tour-de-Suisse-Etappe, folgt eine an der Tour de France?

Stefan Küng gewann in Bellinzona seine erste Tour-de-Suisse-Etappe, folgt eine an der Tour de France?

KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER

Stefan Küng: Der 24-Jährige gehört im Zeitfahren bereits zur absoluten Weltspitze. Deshalb darf er sich in den beiden Etappen, in welchen der Kampf gegen die Uhr Trumpf ist, gute Chancen auf einen Sieg ausrechnen. Vor allem am Montag, wenn das Mannschafts-Zeitfahren auf dem Programm steht. Küngs BMC-Team gehört in dieser Disziplin zu den heissesten Sieganwärtern – mit Küng als einem der Haupt-Zugpferde. Am zweitletzten Tag der Tour steht dann noch ein 31 Kilometer langes Einzelzeitfahren auf dem Menüplan. Sollte Küng bis zu diesem Zeitpunkt schadlos durch die drei Tour-Wochen gekommen sein, ist mit ihm zweifellos zu rechnen, während die Favoriten um den Gesamtsieg fahren.

Michael Schär: Der zweite Schweizer im BMC-Team könnte ebenso vom Mannschaftszeitfahren profitieren punkto Etappensieg. Ansonsten wird Schär als klassischer Helfer amten und vor allem dafür besorgt sein, dass BMC-Teamleader Richie Porte schadlos durch die bisweilen chaotischen Flachetappen kommt.

Silvan Dillier: Der Aargauer hat sich mit einer starken ersten Saisonhälfte für seine erste Tour-de-France-Teilnahme empfohlen. Der 27-Jährige wird hauptsächlich mit Helferaufgaben beschäftigt sein. In den Flachetappen geht es vor allem darum, AG2R-Teamcaptain Romain Bardet den Rücken freizuhalten. Aber: Wenn es die Rennkonstellation erlaubt, wird der Zweite von Paris–Roubaix seine Chancen wahrnehmen dürfen.

Mathias Frank: Erst wenige Tage vor dem Tour-Auftakt rutschte der Luzerner doch noch ins Aufgebot von AG2R. Sein Pflichtenheft ist klar: Er muss Romain Bardet vor allem in den Bergen als Helfer zur Seite stehen. Frank war zuletzt nicht in der Form, in welcher man von ihm Wunderdinge erwarten könnte. Gut ist auf jeden Fall, dass er beim Radsaison-Höhepunkt dabei sein darf.