Radsport
Das Solothurner Profiteam Roth löst sich auf

Weiterer harter Schlag für den Schweizer Profiradsport: Nach der Westschweizer World-Tour-Equipe IAM zieht sich auch das auf zweithöchster Stufe fahrende Team Roth aus dem Kanton Solothurn Ende Saison aus finanziellen Gründen zurück.

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Ein Bild aus der Vergangenheit: Teamfoto der Roth-Skoda Mannschaft. (Archiv)

Ein Bild aus der Vergangenheit: Teamfoto der Roth-Skoda Mannschaft. (Archiv)

Nicola Imfeld

Die 2011 gegründete und erst 2016 in die Kategorie Pro Continental aufgestiegene Solothurner Mannschaft lässt sich nicht mehr finanzieren. «Das Ausbleiben eines potenziell grossen Co-Sponsors sowie unvorhergesehene finanzielle Verbindlichkeiten im sechsstelligen Bereich aus der vergangenen Saison 2015 forcierten diese Strategieänderung», erklärte Teambesitzer und Hauptsponsor Stefan Blaser.

Noch im Juni hatte sich Blaser nach der erstmaligen Teilnahme an der Tour de Romandie und der Tour de Suisse zuversichtlich gezeigt, neue Geldgeber für sein längerfristig ausgelegtes Projekt zu finden. Nach dem Ausstieg von IAM glaubte er zurecht, die Position seines Teams hätte sich dadurch verbessert. Diese Hoffnungen haben sich nun zerschlagen.

Keinen Co-Sponsor gefunden: Stefan Blaser musste das Aus seines Pro-Continental-Profiteams Roth bekanntgeben

Keinen Co-Sponsor gefunden: Stefan Blaser musste das Aus seines Pro-Continental-Profiteams Roth bekanntgeben

KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER

Schweren Herzens musste er am Mittwochmorgen am Hauptsitz in Gerlafingen seine Angestellten darüber informieren, dass es das Team Roth in der nächsten Saison in dieser Form nicht mehr geben wird. "Ohne finanzielle Sicherheit ist es für uns unmöglich, das Team auf diesem Niveau noch eine weitere Saison fahren zu lassen", begründet Blaser. "Wir bedauern diesen Schritt sehr. Bis kurz vor dem Entscheid standen wir noch in Verhandlungen für neue Partnerschaften, die aber leider nicht zustande gekommen sind."

U23-Team soll weitermachen

In dieser Saison standen bei Roth 23 Fahrer unter Vertrag, unter ihnen neun Schweizer. Blaser versichert: «Wir werden nach Möglichkeiten suchen, um Folgelösungen für jeden einzelnen Rennfahrer und Mitarbeiter anzubieten.»

Die Roth-Gruppe bleibt weiterhin Sponsor des Nachwuchsteams und fördert das Projekt nachhaltig. Die erfolgreiche Junioren-Equipe aus der Saison 2016 wird im nächsten Jahr als U23-Development-Team «als Engagement für den Schweizer Radsport» weitergeführt.