Der 28-jährige Imhof gewann damit als erster Schweizer überhaupt in dieser olympischen Disziplin ein Weltcup-Rennen. Er hatte bereits nach drei von vier Disziplinen in Führung gelegen. Im abschliessenden Punktefahren des Mehrkampfs verteidigte der Schweizer Omnium-Meister den knappen Vorsprung gegenüber dem Weissrussen Roman Zischku und dem Italiener Liam Bertazzo mit Erfolg.

Imhof feierte auch persönlich den ersten Sieg im Weltcup. Bisher hatte der WM-Dritte von 2016 im Scratch und mehrfache EM-Medaillengewinner zweimal als Dritter auf dem Podest gestanden, vor einem Jahr in einem Omnium in Pruszkow in Polen und 2011 in einem Punktefahren in China. Jetzt reichte es dem Thurgauer, der zuletzt zum Teamleader im Schweizer Bahn-Nationalteam aufgestiegen ist, erstmals zuoberst auf das Treppchen.

Am Freitag hatte Imhof bereits den Bahnvierer in der Mannschaftsverfolgung zu Platz 3 und einem neuen Schweizer Rekord geführt. Am Samstag hatte Théry Schir im Scratch mit Platz 2 seinen ersten Weltcup-Podestplatz in einer Einzeldisziplin belegt. Das sind für das Schweizer Bahnteam gute Aussichten für die Weltmeisterschaften, die in gut einem Monat im polnischen Pruszkow stattfinden werden.

Der erfreuliche Wettkampf in Neuseeland ging an Imhof nicht spurlos vorüber. "Ich war in meinem ganzen Leben noch nie so nervös wie vor dem Punktefahren, weil ich in Führung lag und wusste, dass es extrem eng werden würde. Jetzt ist es einfach nur wunderschön, ich kann es gar nicht richtig glauben." Es sei schwierig, die Leistung im Omnium zu erklären. Die Leistung im Vierer sei sicherlich der Auslöser gewesen. "Dann hat Théry Schir im Scratch gezeigt, wie man aufs Podest fährt. Ich war im Flow, es lief einfach."

Über seine Rückschläge und schwächeren Auftritten in Milton und Berlin sagte Imhof: "Im Vierer braucht es einfach vier Leute, die in Topform sind, und selbst dann klappt es nicht immer. Ich glaube, die Rückschläge haben uns als Team zusammengeschweisst."

Für Imhof steht nun noch ein Weltcup im Programm. Bereits wenige Stunden nach seinem Erfolg in Neuseeland stieg der Ostschweizer in das Flugzeug nach Hongkong, wo die Bahnfahrer am kommenden Wochenende antreten.