Eine chaotische Wahl im altehrwürdigen Palazzo Veccio in der Florenzer Innenstadt endete schliesslich mit einem Stimmenverhältnis von 24:18 zu Gunsten Cooksons. Die Delegierten wählten den 62-jährigen Präsidenten des britischen Radverbandes für vier Jahre zu ihrem Vorsitzenden. Der umstrittene, zwei Jahre ältere McQuaid hat zwei vierjährige Amtszeiten hinter sich.

Cookson, der bei der Wahl unter anderem auf die Unterstützung der europäischen Delegierten zählen konnte, steht zumindest symbolisch für die Erneuerung des Radsports. McQuaid waren Korruption und Verstrickungen in die wenig ruhmreiche Vergangenheit des Radsports vorgeworfen worden. Unter anderem soll er in den Dopingskandal um Lance Armstrong verstrickt gewesen sein.

Dem Kongress war ein monatelanger, schmutziger Wahlkampf voraus gegangen. Am Wahltag setzten sich die durch juristische Winkelzüge geprägten Diskussionen während Stunden fort. Es war schliesslich Cookson, der die Diskussionen unter den 42 Delegierten beendete und entnervt zur Wahl aufrief.

Denn eigentlich hätte McQuaid gar nicht kandidieren dürfen, weil er von seinem Heimatverband nicht als Kandidat aufgestellt worden war. Und auch der Schweizer Verband, bei dem McQuaid Mitglied ist, versagte ihm schliesslich die Gefolgschaft.

Der Kongress anerkannte aber kurzfristige Nominationen für den Iren aus Marokko und Thailand, obwohl diese den Statuten widersprechen. Eine Abstimmung zu einer Statutenänderung hatte davor unentschieden und mit einem Verhältnis von 21:21 Stimmen geendet.