Radsport

Aline Seitz im Goldrausch: Dreifache Schweizer Meisterin auf der Bahn

Aline Seitz (l.) zusammen mit der zweiten, dreifachen Medaillegewinnerin aus dem Aargau: Michelle Andres.

Aline Seitz (l.) zusammen mit der zweiten, dreifachen Medaillegewinnerin aus dem Aargau: Michelle Andres.

Die 23-jährige Buchserin war an den nationalen Bahn-Titelkämpfen in Genf eine Klasse für sich. Die 23-jährige Aargauerin holte im Scratch, im Ausscheidungsrennen und im Punktefahren jeweils die Goldmedaille. Nach einer unberechenbaren Saison geht sie in einen ebenso unberechenbaren Winter.

Aline Seitz war an den nationalen Titelkämpfen in Genf eine Klasse für sich. Die 23-jährige Aargauerin reüssierte im Scratch, im Ausscheidungsrennen und im Punktefahren; auf den Plätzen zwei und drei landeten in unterschiedlicher Reihenfolge jeweils Léna Mettraux und mit Michelle Andres (Baden) eine weitere Aargauerin.

Für Aline Seitz kam der Goldrausch nicht überraschend: «Momentan fühle ich mich so gut in Form wie noch nie in diesem Jahr.» In diesem auch für die Buchserin so speziellen 2020 lief es nach der WM in Berlin, wo sie im Februar die Olympiaqualifikation aufgrund einer Erkrankung auf bittere Art und Weise verpasst hatte, lange nicht so wie gewünscht. «Nach der WM fühlte ich mich ein paar Wochen nicht wirklich fit», erzählt Seitz und vermutet, dass sie die Krankheit, die sie schon in Berlin beeinträchtigte, noch längere Zeit mit sich herumtrug.

Immerhin: Im Frühling konnte sie bereits wieder gut trainieren. Im Gegensatz etwa zu vielen ihrer ausländischen Konkurrentinnen, die wegen des Lockdown zum Nichtstun verurteilt waren. «Draussen bei diesem schönen Wetter trainieren zu können, war ein Privileg. Das war für mich extrem wertvoll», erzählt Seitz.

Es war ein spezieller Sommer für die Aargauerin. Immer wieder wurden Wettkämpfe abgesagt oder plötzlich wieder durchgeführt. Die Strassensaison war für die Bahnspezialistin blitzschnell wieder vorbei. In Belgien bestritt sie zwei Rennen. Sonst stand klar das Bahn-Training im Mittelpunkt. Mit dem Nationalteam fanden ab Juni wieder regelmässig Trainings auf der Bahn statt.

Die internationalen Vergleiche fehlen

Was jedoch fehlte, waren die internationalen Vergleiche – bis auf je ein Rennen in Italien und in der Schweiz, wo Athleten aus verschiedenen Nationen am Start waren. Für Aline Seitz, die in den beiden Jahren zuvor fast im Wochenrhythmus internationale Wettkämpfe bestritt, eine sehr ungewohnte Situation: «Ich wurde im Training unruhig, weil ich keine Vergleichsmöglichkeit mit der ausländischen Konkurrenz hatte. Die eigene Fitness hat man mit den entsprechenden Werten ja im Griff. Aber man weiss halt nicht, was auf der Welt läuft. Das ist schon ein grosser Unterschied.»

An diesem Umstand wird sich angesichts der jüngsten Entwicklung der Pandemie kaum etwas ändern. Aline Seitz trägt es mit Fassung: «Ich habe keine Probleme, mich zu motivieren. Ich sehe bei mir immer genügend Baustellen. Und: Ich fahre ganz einfach gerne Velo – auch ohne Rennen.

Keine Gedanken und Hoffnungen punkto Olympia

Punkto Olympia macht sich die Buchserin nach ihrem bitteren Scheitern im Februar übrigens keine Gedanken und schon gar keine Hoffnungen, dass es eventuell noch einmal eine Qualifikationschance geben könnte: «Natürlich muss man flexibel bleiben. Aber das ist eher Wunschdenken denn Realität. Ich bin momentan fast glücklich, muss ich mir deswegen keine Gedanken machen. Für die Athleten, die selektioniert sind, ist es fast schwieriger, mit der Ungewissheit umzugehen.»

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