GP Gippingen
Alexander Kristoff gewinnt im Sprint – «bittere Pille» für Silvan Dillier

Der Norweger Alexander Kristoff gewinnt den 52. GP in Gippingen knapp im Sprint. Der Schweizer Michael Albasini wird Zweiter. Lokalmatador Silvan Dillier wurde nach einer Flucht erst kurz vor dem Ziel eingeholt.

Marcel Kuchta
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Alexander Kristoff jubelt bei der Zieleinfahrt beim GP in Gippingen.
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Es war der 52. GP des Kantons Aargau - zwischenzeitlich konnte sich eine Fluchtgruppe absetzen und zirka zehn Minuten Vorsprung herausfahren.
Wie jedes Jahr feuern viele Radsportfans die Fahrer an - auch hier in Schlatt, wie Gippingen ein Dorfteil von Leuggern.
Hinauf gehts zum höchsten Punkt der Strecke am Weiler Schlatt vorbei.
Zuschauer am Streckenrand in Schlatt.
Zuschauer am Streckenrand in Schlatt.
Alexander Kristoff, hier zweiter von links, während des Rennens.
Der Norweger Kristoff war im Sprint nicht zu schlagen.
Alexander Kristoff gewinnt den GP in Gippingen
Kristoff triumphiert vor dem Schweizer Michael Albasini, Lokalmatador Silvan Dillier wird nach einer Flucht erst wenige hundert Meter vor dem Ziel gestellt.
Gross ist die Enttäuschung bei Silvan Dillier nach der Zieleinfahrt und dem knapp verpassten Triumph.
Siegerehrung: Sieger Alexander Kristoff in der Mitte, links der Zweite Michael Albasini, rechts der Dritte Niccolo Bonifazio.
Impressionen vom GP in Gippingen.
Impressionen vom GP in Gippingen.
Impressionen vom GP in Gippingen.

Alexander Kristoff jubelt bei der Zieleinfahrt beim GP in Gippingen.

Keystone/Ennio Leanza

Ein spannendes Rennen ging mit einem packenden Finish und einem prominenten Sieger zu Ende. Mit Alexander Kristoff siegte der stärkste Classique-Jäger der laufenden Saison. Der Norweger hat bereits die Klassiker Mailand-San Remo (2014) und die Flandern-Rundfahrt (2015) zu seinen Gunsten entschieden. In Gippingen verhinderte er in einem knappen Endspurt den dritten Sieg von Michael Albasini beim GP des Kantons Aargau.

«Wenn die Mannschaft so eine tolle Vorarbeit leistet, dann möchte man natürlich das Maximum rausholen», bedauerte der Thurgauer seine knappe Niederlage. Aber er war sich natürlich bewusst, dass er in einem Sprintfinal gegen Kristoff die schlechteren Karten hat. «Ich konnte nicht mehr tun, als ruhig zu bleiben und mich auf den Spurt zu konzentrieren.»

17. Saisonsieg für Kristoff

Alexander Kristoff feierte in Gippingen derweilen seinen 17. Sieg der laufenden Saison. Auf der Zielgeraden stellte er seine enorme Klasse und seine gute Form eindrücklich unter Beweis. Er zog den Sprint gleich selber an und liess seinen Gegnern keine Chance. «Ich habe nicht erwartet, dass ich hier gewinnen würde», gab der 27-Jährige nach dem Rennen zu.

In seinen bisherigen Teilnahmen war er immer abgehängt worden. Dasselbe Schicksal habe er diesmal mit Müh und Not verhindern können. «In der drittletzten und zweitletzten Runde hatte ich in der Stegung grosse Mühe. Aber wenn ich die Ziellinie rieche, dann werde ich immer besser», sagte der Norweger, der schliesslich auch seiner Mannschaft dafür dankte, dass sie das Loch zu Silvan Dillier mit einem grossen Effort noch zu schliessen vermochte.

«Bittere Pille» für Dillier

Die tragische Figur des Tages war so am Ende Dillier. Der 24-jährige Lokalmatador aus Schneisingen wurde für seine mutige Fahrweise nicht belohnt. Dillier hatte sich im letzten Aufstieg zum Bergpreis in Schlatt vom Feld abgesetzt, baute seinen Vorsprung auf maximal 17 Sekunden aus, wurde dann aber 500 Meter vor dem Zielstrich von der jagenden Meute noch gestellt und beendete das Rennen auf Platz 57.

Verständlich, war der Aargauer nach dem Rennen schwer enttäuscht über den verpassten Coup vor der eigenen Haustüre. Der BMC-Profi sprach von einer «bitteren Pille», die er schlucken musste. «Ich ging all-in, aber es hat dann doch nicht gereicht.»

Ausreissergruppe prägte das Rennen

Immerhin durfte er feststellen, dass der Formaufbau in Richtung der am Samstag beginnenden Tour de Suisse stimmt. Dillier soll als Captain des BMC-Teams in die Schweizer Rundfahrt gehen, auch wenn mit Philippe Gilbert und Greg van Avermaet zwei höher dotierte Fahrer im Aufgebot stehen, die sicher auch ihre Freiheiten haben werden.

Das Rennen war über 150 Kilometer lang von einer erst sechsköpfigen, am Ende vierköpfigen Spitzengruppe geprägt worden. Hinten sorgten schliesslich die Teams von Dillier (BMC) und von Albasini (Orica Green-Edge) dafür, dass der Vorsprung von maximal neun Minuten bald einmal auf ein erträgliches Mass reduziert wurde. Als es um die Wurst ging, mischte dann auch Kristoffs Katjuscha-Team kräftig an der Spitze des Feldes mit und legte damit die Basis für den späteren Sieg ihres Superstars.

Resultate:

Gippingen. GP Kanton Aargau (15 Runden à 12,1 km, total 181,5 km): 1. Alexander Kristoff (No) 4:28:04. 2. Michael Albasini (Sz). 3. Davide Appollonio (It). 4. Niccolo Bonifazzio (It). 5. Kristian Sbaragli (It). 6. Giacomo Nizzolo (It). 7. Fabian Wegmann (De). 8. Enrico Gasparotto (It). 9. Heinrich Haussler (Au). 10. Danilo Wyss (Sz).

Ferner: 12. Fabian Lienhard (Sz). 22. Jonathan Fumeaux (Sz). 26. Gian Friesecke (Sz), alle gleiche Zeit. 58. Silvan Dillier (Sz) 0:20 zurück. 63. Simon Zahner (Sz) 2:33. 75. Lukas Jaun (Sz) 6:41. 76. Simon Pellaud (Sz), gleiche Zeit. 85. Gregory Rast (Sz) 6:45. - 110 klassiert.

Lesen Sie hier den Rennverlauf im Liveticker nach: