Radsport
Schweizer bleiben im Windschatten: Dylan Teuns gewinnt überraschend die Flèche Wallonne

Marc Hirschi fährt bei der Flèche Wallonne nicht vorne mit, der Belgier Dylan Teuns siegt. Am Sonntag steigt der letzte Frühjahresklassiker.

Raphael Gutzwiller
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Dylan Teuns jubelt über den Sieg bei der Flèche Wallonne.

Dylan Teuns jubelt über den Sieg bei der Flèche Wallonne.

Bild: Olivier Hoslet / EPA

Stefan Küng und Marc Hirschi haben in den letzten Wochen für Ausrufezeichen gesorgt bei den Frühjahresklassiker. Der Thurgauer Küng wurde Dritter bei Paris-Roubaix, Achter beim Amstel Gold Race und Fünfter bei der Flandernrundfahrt. Und der Berner Hirschi hatte bei seinem ersten grossen Eintagesklassiker nach seiner Hüftoperation, dem «Amstel Gold Race», überzeugt und sich auf den neunten Rang gefahren.

Marc Hirschi konnte bei der Flèche Wallonne nicht vorne mitfahren.

Marc Hirschi konnte bei der Flèche Wallonne nicht vorne mitfahren.

Bild: Panoramic/Freshfocus

Wegen des Nichtantreten Küngs lagen die Schweizer Hoffnungen bei der Flèche Wallonne auf den Schultern von Marc Hirschi. Der Sieger des Ardennenklassikers von 2020 zählte auch in der diesjährigen Ausgabe als einer der Favoriten.

Alaphilippe verliert Spurt, weil er sich an Pogacars Hinterrad klammert

Lange sah es auch nicht so schlecht aus für Hirschi. Gemeinsam mit Teamkollege und Tour-de-France-Sieger Tadej Pogacar fuhr er zunächst im Feld vorne mit, zwischenzeitlich schien die Position zu stimmen.

Als es dann aber zum letzten Mal die legendäre Mur de Huy hoch und in die Entscheidung ging, war Hirschi schlecht positioniert und fiel aus der Entscheidung. Selbst sein prominenter Teamkollege Pogacar musste im Endspurt federn lassen, genauso wie Weltmeister und Topfavorit Julian Alaphilippe, der sich an Pogacars Hinterrad geklammert hatte und deshalb entscheidende Meter verlor. Der Franzose wurde immerhin noch Vierter.

Einer der geschlagenen: Weltmeister Julian Alaphilippe.

Einer der geschlagenen: Weltmeister Julian Alaphilippe.

Bild: Olivier Hoslet / EPA

Der Belgier Dylan Teuns siegte schliesslich dank eines souveränen Schlusssprints etwas überraschend vor Rekordsieger Alejandro Valverde und dem russischen Überraschungsmann Alexander Wlassow. Bester Schweizer wurde Sébastien Reichenbach an der 30. Stelle, zwei Ränge vor Marc Hirschi. Gino Mäder, der lange ein gutes Rennen gefahren hatte, klassiert sich als 55.

Das letzte Monument, dann die Rundfahrsaison

Aus Schweizer Sicht ist die Flèche Wallonne ein erster Rückschlag in dieser noch jungen Radsaison. Gerade Marc Hirschi hatte man nach seinem fulminanten Comeback mit dem überzeugenden «Amstel Gold Race» und dem Sieg von «Per Sempre Alfredo» deutlich mehrmehr zugetraut. Aber nach seiner Hüftoperation scheint der Berner noch nicht wieder auf dem Niveau zu sein, das er bei seinem Erfolg 2020 hatte.

Will bei Lüttich-Bastogne-Lüttich wieder angreifen: Marc Hirschi.

Will bei Lüttich-Bastogne-Lüttich wieder angreifen: Marc Hirschi.

Bild: Etienne Garnier/Freshfocus

Doch schon am Sonntag hat Hirschi die nächste Möglichkeit in einem Eintagesklassiker vorne mitzufahren. Mit Lüttich-Bastogne-Lüttich steht das letzte Monument des Frühlings an. Das Renen bildet der Abschluss der diesjährigen Frühlingsklassiker-Saison.

Hirschi ist an der Tour de Romandie die Hoffnung

Danach sind in erster Linie wieder die Rundfahrtenspezialisten gefragt. Ab Dienstag startet die 75. Tour de Romandie. Hirschi gilt auch dort als grösste Schweizer Hoffnung. Der 23-jährige Berner führt das Team UAE als Captain an. Topfavorit ist jedoch Vorjahressieger und Tour-de-France-Sieger von 2018 Geraint Thomas.

Insgesamt stehen an der Tour de Romandie 14 Schweizer am Start. Fehlen wird mit Küng jedoch der letzte Schweizer Etappensieger von 2019. Der Thurgauer legt nach dem harten Klassiker-Programm eine Wettkampfpause ein. Dafür fährt vom Schweizer Verband «Swiss Cycling» ein Nationalteam mit. Das bekannteste Gesicht davon ist der eigentliche Mountainbiker Mathias Flückiger.