Rad-WM

Radprofi Stefan Küng ist in WM-Form

Stefan Küng während des ersten Zeitfahrens im Rahmen der Tour de Suisse in Langnau.

Stefan Küng während des ersten Zeitfahrens im Rahmen der Tour de Suisse in Langnau.

Am Mittwoch startet Stefan Küng in Nordengland als aussichtsreichster Schweizer zum WM-Zeitfahren der Radprofis. Er ist in Form.

In einem WM-Zeitfahren der Elite hat Stefan Küng noch nie einen einstelligen Rang bewerkstelligt. Zweimal war die Strecke zu bergig für den stärksten Schweizer in Prüfungen gegen die Uhr. Und 2015 und 2016 fehlte dem damals noch jungen Profi im Herbst die Form.

«Dieses Jahr will ich sicher besser abschneiden als 2018, als ich Zwölfter wurde», sagt Küng vor dem morgigen WM-Zeitfahren in Nordengland. Mindestens unter die ersten zehn soll es dem Spezialisten reichen. «Wenn es gut läuft, kann ich auch unter die ersten fünf fahren.»

Zwischen Northallerton und Harrogate geht es in einem steten Auf und Ab über eine Distanz von 54 Kilometern. Küng sagt im Vorfeld seiner fünften Elite-WM:

© CH Media

Vor fünf Jahren wechselte der Thurgauer mit einer WM-Bronzemedaille von 2014 in der U23-Kategorie ins Lager der Berufsfahrer. Seither erreichte Küng in den Zeitfahren der Profis die WM-Ränge 12, 25, 17 und 19.

Der Arzt gibt Entwarnung, die Beine sind gesund

Seit diesem Jahr fährt Küng für eine neues Team. Das bedeutete zugleich, dass er mit neuem Material zurecht kommen musste. In der Winterpause investierte er viel in die Abstimmung, aber nach einem guten Saisonbeginn geriet Küngs Motor trotz guter Form ins Stocken.

«Ich realisierte schon im Vorfeld der Saison, dass es schwierig werden könnte. Wenn du dich aber gut fühlst und sich keine Resultate einstellen, wird es noch schwieriger», so Küng. «Immer wieder machten die Beine zu.»

Das ist das Schlechteste, das einem ambitionierten Veloprofi wie Küng passieren kann. Es kam sogar zu medizinischen Abklärungen, ob etwas mit der Arterie nicht stimme. Es gab Entwarnung.

So machten sich die Techniker nochmals auf, um Küngs Position auf dem Zeitfahr-Velo zu optimieren. Zwei Tage vor der EM im August war es so weit. Küng verpasste Bronze um ein paar Hundertstel, aber er spürte, dass es aufwärts ging.

Schweizer Leader im Strassenrennen am Sonntag

In einer einmonatigen Rennpause brachte sich Küng für die WM in Form. Mit Siegen in Vorbereitungsprüfungen in Frankreich und der Slowakei verschaffte er sich Selbstvertrauen. «Die Form passt», sagt er. Auch vor der Distanz im WM-Zeitfahren ist ihm nicht bange.

«Es ist schon so, dass ich bis jetzt vor allem in kürzeren Zeitfahren gute Resultate erzielt habe. Das hat aber auch damit zu tun, dass kaum mehr längere Prüfungen gegen die Uhr ausgeschrieben sind.» Er sei vorbereitet auf einen Effort von mehr als einer Stunde, sagt Küng.

«Ich habe den Motor, den es braucht, um ein gutes Zeitfahren zu zeigen.»

Am Sonntag bestreitet Küng auch das Strassenrennen über 285 Kilometer. Der Parcours ist mit einem Klassiker vergleichbar und auf die Fähigkeiten Küngs zugeschnitten. Mit Marc Hirschi ist er einer der «geschützten» Fahrer im sechsköpfigen Schweizer Team.

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