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Prostata-Pillen gegen Magenschmerzen

Symbolbild

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Tennisreporter Simon Häring berichtet hier von Nebenschauplätzen seines Arbeitsaufenthalts an den Australian Open.

Jetzt mal ehrlich: Als ich gestern den Laptop aufklappte, hatte ich keinen Plan, mit welcher Anekdote ich Sie heute belustigen könnte. Denn Tatsache ist: Den Grossteil des Tages verbringen wir Journalisten nicht im Tennisstadion, sondern vor dem Bildschirm. Lesend, in den schummrigen Sälen, wo die Medienkonferenzen abgehalten werden, oder zwischendurch auf der Terrasse, um einen Kaffee zu trinken.

Was also soll ich Ihnen erzählen? Denn die beschriebenen Begegnungen mit Federer und Nadal sind nichts als Zufall. In meiner Not wende ich mich an die Kollegen. Das sind ihre Geschichten.

Lässt es der Spielplan zu, treffen wir uns regelmässig zum Nachtessen in der Stadt. Meine Kollegin beschliesst, mit einem gemieteten Citybike in die Stadt zu fahren. Kostenpunkt: Acht Dollar pro Woche, jeweils für eine halbe Stunde. Jede weitere halbe Stunde kostet dann 10 Dollar. Kein Problem.

Doch drei Tage nach dem Ritt durch die Stadt erhält sie einen Anruf vom Betreiber. Sie habe das Fahrrad noch immer nicht retourniert. Schweissausbrüche. Verständlich, denn das hätte die horrenden Kosten von knapp 1500 Franken zur Folge. Doch mit ihrem Charme löst sie das Problem.

Glück braucht ein Kollege, der sich kurz vor Mitternacht zu einem Bad im Pool, das zum gemieteten Appartement gehört, hinreissen lässt. Um den abgesperrten Bereich wieder verlassen zu können, muss er einen im Efeu versteckten Knopf drücken, findet diesen am ersten Abend aber nicht. Ihm droht eine Nacht am Pool.

Sein Glück ist es, dass eine deutsche Kollegin, die sich ebenfalls hier eingemietet hat, den Abend mit einem Glas Rotwein auf dem Balkon ausklingen lässt. Nur mit einem Pyjama bekleidet, befreit sie den Abendschwimmer aus seiner Not.

Nicht minder skurril ist diese Anekdote. Weil ein Kollege von Magenschmerzen geplagt wird, wirft er für den Heimweg eine Pille ein, die ihm ein etwas älteres Semester gnädigerweise überlässt. Doch die gute Tat hat einen Haken. Offenbar hat sich der Samariter beim Griff in die Apotheke vertan. Die Google-Recherche ergibt, dass es sich um ein Medikament gegen Prostata-Vergrösserung handelt.

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