Challenge League

Promi-Auflauf in der Fussballprovinz: Der FC Wohlen startet die Saisonvorbereitung  

Der Star ist das Trainerteam: Die Wohler Klubverantwortlichen haben ein harmonisches Quartett an die Seitenlinie geholt. Nun gilt es, das Kader zu vervollständigen und mit den rudimentären Trainingsbedingungen klarzukommen.

Dienstag 20. Juni, Punkt 10.06 Uhr pfeift Ranko Jakovljevic ein erstes Mal als Wohlen-Trainer in die Trillerpfeife. Es ist gleichzeitig der Anpfiff in das zweite Leben der Wohler in der Challenge League, nachdem der Verbleib im Profigeschäft wegen der erstinstanzlichen Lizenzverweigerung am seidenen Faden hing.

Seit dem 31. Mai aber ist klar: Das Wohler Fussballmärchen geht weiter. Nur wie? Cheftrainer weg, Goalie-, Assistent- und Konditionstrainer weg, etliche Spieler weg. Die FCW-Macher René Meier und Lucien Tschachtli standen vor der Herkulesaufgabe, innert knapp drei Wochen einen neuen Trainerstaff zu verpflichten.

Kurzinterview mit Pascal Zuberbühler:

Kurzinterview mit Pascal Zuberbühler vom Trainingsstart des FC Wohlen

Der neue Goalie-Trainer spricht über seine Motivation, Pläne und Ziele.

Umso erstaunlicher, was dabei herausgekommen ist: Ranko Jakovljevic scheint dank seiner langjährigen Erfahrung im regionalen und nationalen Nachwuchsbereich wie geschaffen für die Wohler Klubphilosophie, nach der die Freiämter ein Sprungbrett für Talente sein wollen. Mit Pascal Zuberbühler konnte eine schillernde Figur der Schweizer Fussballszene als Goalietrainer engagiert werden, der dem FCW auch mit seinem Netzwerk und seiner Erfahrung Türen öffnen kann.

Und der neue Fitness- und Rehatrainer Alex Kern ist ebenfalls kein Unbekannter: Er machte sich in gleicher Funktion beim FCZ und bei GC einen Namen. Eine in der Region bekannte Figur ist der neue Assistenzcoach Piu Nascimento, der einst für den FC Wohlen als Stürmer auflief: Er steht wegen einer kürzlich durchgeführten Operation beim Trainingsstart statt auf dem Platz an Krücken daneben. Zusammengefasst sagt es René Meier so: «Alle Positionen im Trainerteam sind mit Wunschlösungen besetzt. Wir haben uns ein grosses Netzwerk und viel Know-How in den verschiedenen Bereichen ins Haus geholt.»

«Alle Positionen im Trainerteam sind mit Wunschlösungen besetzt. Wir haben uns ein grosses Netzwerk und viel Know-How in den verschiedenen Bereichen ins Haus geholt.»

René Meier:

«Alle Positionen im Trainerteam sind mit Wunschlösungen besetzt. Wir haben uns ein grosses Netzwerk und viel Know-How in den verschiedenen Bereichen ins Haus geholt.»

Das Trainerteam erfährt an diesem Dienstagvormittag schonungslos, warum Wohlen den Ruf der Fussballprovinz innehat. Weil das Stadion Niedermatten besetzt ist, findet das erste Training auf dem Fussballplatz der angrenzenden Kantonsschule statt. Die Platzproblematik hält in den kommenden Wochen an, die Trainings finden abwechselnd auf verschiedenen Wiesen statt.

«Kein Problem. Wer sich im Fussball nicht anpassen kann, ist fehl am Platz», sagt Zuberbühler, der auch in einem dieser piekfeinen Trainingscenter in England seine Arbeit hätte aufnehmen können, Angebote lagen auf dem Tisch. Aber «Zubi» hat sich für Wohlen entscheiden. Wegen seines 60-Prozent-Engagement als Teleclub-Experte. Und wegen seinen dreijährigen Zwillingen und seiner Frau, mit denen er in Zürich lebt. «Ich brenne für dieses Projekt. Und ich spüre, dass hier viel dank der Begeisterung für den Fussball aller Beteiligten viel möglich ist. Es ist optimal für mich.»

Zuberbühlers «Chef» Ranko Jakovljevic freut sich über seinen prominenten Goalietrainer. «Er ist ein Menschenfänger. Er kann begeistern. Er wird uns sehr guttun.» Jakovljevics Hauptaugenmerk wird auf der Weiterentwicklung der Talente liegen, die in der kommenden Saison den FC Wohlen als Schaufenster benutzen dürfen. Noch sind viele Positionen im Kader offen, zwischen 6 und 8 Transfers sind noch zu tätigen.

Bisher zwei Rückkehrer verpflichtet

Einige Testspieler sind beim Trainingsauftakt dabei, aus dem In- und dem Ausland. «In zwei Wochen sollte das Kader stehen», sagt Jakovljevic. Ein bis zwei Positionen wollen die Verantwortlichen aber bis gegen Ende der Transferfrist (31. August) offen halten. Bisher wurden mit Daniel Romano (Aarau) und Dylan Stadelmann (Wil) zwei Rückkehrer verpflichtet, noch ein gestandener Spieler soll dazukommen, die restlichen Neuzugänge werden junge Spieler sein.

Die Challenge-League-Saison beginnt am Wochenende des 22./23. Juli. Bis dahin trainiert der FCW in heimischen Gefilden, ein Trainingslager ist nicht geplant. Das Geld soll gespart werden für ein Wintertrainingslager. Apropos Winter: Diesen sehnt sich beim Auftakt wohl der eine oder andere Wohlen-Profi herbei, so erbarmungslos brennt die Sonne bereits am Vormittag. Wie gut, dass neben dem Trainingsplatz gleich die Badi liegt…

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