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Petkovic zur Versöhnung mit Shaqiri: «Ich liebe ihn und werde ihn immer lieben – als Mensch und als Spieler»

Hier gehts lang! Vladmir Petkovic 07.09.2019; Montreux; Fussball Nationalmannschaft EM Qualifikation - Training Schweiz; Trainer Vadimir Petkovic (SUI)  (Pascal Muller/freshfocus)

Hier gehts lang! Vladmir Petkovic 07.09.2019; Montreux; Fussball Nationalmannschaft EM Qualifikation - Training Schweiz; Trainer Vadimir Petkovic (SUI) (Pascal Muller/freshfocus)

Acht Tage vor dem EM-Qualifikationsspiel gegen Dänemark gibt Nationaltrainer Vladimir Petkovic sein Aufgebot bekannt. Captain Stephan Lichtsteiner kehrt zurück. Xherdan Shaqiri hat sich mit dem Trainer versöhnt - fehlt aber diesmal wegen einer Verletzung. Lesen Sie im Interview, was Petkovic zu den verschiedenen Brennpunkten sagt.

Sie haben sich in dieser Woche mit Xherdan Shaqiri in Liverpool zum Gespräch getroffen. Wie wichtig war dieses Gespräch?

Es war sehr wichtig für mich, dass wir uns positiv unterhalten konnten. Wir haben die Vergangenheit kurz analysiert und uns dann aber schnell der Zukunft gewidmet, uns gefragt, was wir besser machen können. Xherdan war sehr positiv, ja sogar enthusiastisch. Und das ist entscheidend für mich, dass er wieder gerne zur Nationalmannschaft kommt, sobald es seine Gesundheit zulässt.

Können Sie auf Details des Gesprächs eingehen?

Nein, das möchte ich nicht. Xherdan gehört zur Familie. Und da bleibt eben der eine oder andere Satz intern. Ich frage Sie ja auch nicht, ob Sie Ihren Sohn in die Schule gebracht haben oder ob er selbständig gegangen ist.

Sie haben im September gesagt, Ihr Verhältnis zu Shaqiri könnte besser sein. Wie hat es sich denn nun verändert?

Ich liebe ihn. Und ich werde ihn immer lieben. Als Spieler. Und als Mensch. Bis jetzt war es eine gute Zusammenarbeit. Und ich habe immer gesagt, wir versuchen, dass diese noch besser wird.

Haben Sie aus Shaqiris Aussagen die Einsicht herausgespürt, dass er mit seiner Absage für Unruhe gesorgt hat und es ihm Leid tut, diese direkt ins Team hineingetragen zu haben?

Einem Spieler tut es immer Leid, wenn er nicht spielen kann. Er hat die Gründe für seinen Verzicht erklärt. Es gab viele Spekulationen, einiges war nicht sonderlich nahe an der Realität. Noch einmal: Für mich war wichtig, dass er nach unserem Gespräch ein Lächeln im Gesicht hatte.

Captain Stephan Lichtsteiner kehrt in die Mannschaft zurück. Was hat Sie zu diesem Schritt bewogen?

Er hat zuletzt in der Bundesliga einige gute Partien absolviert. In der Zeit, als ich nicht auf ihn setzte, hat er sich immer tadellos verhalten. Der Kontakt zwischen uns war immer sehr gut. Auch ihn habe ich besucht und hatte ein sehr gutes, offenes Gespräch, in der wir unsere Ansichten ausgetauscht haben. Er ist bereit, sich jeder Aufgabe in der Nationalmannschaft zu stellen. Ob das auf dem Platz ist oder es darum geht, ein Leader und Schlüsselspieler für die Integration jüngerer Spieler zu sein.

Sie haben im September gesagt, Sie möchten Lichtsteiner nicht aufbieten und ihn dann auf die Tribüne oder die Ersatzbank setzen, das wäre noch schlimmer. Bedeutet das nun, dass Lichtsteiner in den EM-Qualifikationsspielen gegen Dänemark und Irland Stammspieler ist?

Auf die Tribüne, ja das wäre sehr schlimm. Das werde ich nicht tun. Ob er spielt oder nicht, dafür habe ich mich jedoch noch nicht entschieden. Er ist und bleibt eine Leaderfigur. Auch in Zukunft. Und er ist bereit für jede Rolle. Die Mannschaft ist stets wichtiger als ein Einzelner.

Seit einiger Zeit arbeiten Sie eng mit Pierluigi Tami zusammen. Was hat sich für Sie verändert mit ihm?

Wir haben einen sehr guten Austausch. Er ist mir seit fast drei Monaten eine grosse Hilfe. Ich habe eine Möglichkeit zum Austausch erhalten. Bis jetzt ist die Zusammenarbeit sehr gut, und sie kann noch besser werden, weil es im Fussball immer etwas zu verbessern gibt. Wir können uns gegenseitig pushen und hoffen, dass die Nati davon profitiert.

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