Die erste Wahl einer Olympia-Gastgeberstadt unter der Präsidentschaft von Thomas Bach steht an. Nach zahlreichen Rückzügen kommt es für die Winterspiele 2022 zum Duell der umstrittenen Bewerber Peking und Almaty.

Das  Internationale Olympische Komitee (IOC) hat im wahrsten Sinne des Wortes die Qual der Wahl. Peking oder Almaty: Egal, welcher Bewerber am Freitag in Kuala Lumpur zum Ausrichter der Winterspiele 2022 gewählt wird - es geht wohl nur um das geringere Übel. Die Diskussionen um die Zukunft der olympischen Bewegung werden weitergehen.

Welches sind die wichtigsten Entscheidungen der heutigen IOC-Sitzung?

Ganz klar die Vergabe der Olympischen Winterspiele 2022. Einzige Bewerber sind Peking und das kasachische Almaty. Beide stehen allerdings wegen anhaltender Menschenrechtsverletzungen in der Kritik. Dazu wird auch der Austragungsort der Olympischen Jugend-Winterspiele 2020 bekannt gegeben. Zur Wahl stehen Lausanne und Brasov/Rumänien. Auch über die Aufnahme des Süd-Sudan als 206. IOC-Mitglied wird offiziell entschieden.

Warum gibt es für die Winterspiele 2022 nur diese beiden Bewerber?

Kurz gesagt: Weil alle anderen potenziellen Kandidaten zurückgezogen haben. Neben interessierter Städte und Regionen wie Graubünden, Oslo oder Stockholm scheiterte auch eine weitere Bewerbung Münchens. Bei einer Bürgerbefragung konnten die Befürworter nicht die erforderlichen Stimmen generieren.

Was sagt das Internationale Olympische Komitee?

Zumindest offiziell ist die Sprachregelung klar. Trotz der bekannten Probleme seien die beiden Bewerber laut IOC-Präsident Thomas Bach "hervorragende Kandidaten".

Was sagen die Kritiker?

Die sind teilweise entsetzt. "In beiden Ländern, sowohl in Kasachstan als auch in China, finden schwere Menschenrechtsverletzungen statt", sagt Wolfgang Büttner von der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch. Davon abgesehen sind vor allem in Peking grosse Investitionen in die Infrastruktur nötig, die Austragungsorte liegen teilweise bis zu 160 Kilometer von Peking entfernt. Zudem gibt es dort nur sehr wenig natürlichen Schnee. Für den geplanten Hochgeschwindigkeitszug, der die Stätten verbinden soll, müssten ganze Dörfer umgesiedelt werden.

Was spricht für die Bewerbung von Peking

Vor allem die Erfahrung. Bereits 2008 richtete die chinesische Hauptstadt die Olympischen Sommerspiele aus. Zudem wollen die Organisatoren mit den Spielen 300 Millionen Chinesen näher an den Wintersport heranführen. Ein gigantischer neuer Markt für das IOC. Proteste gegen die Ausrichtung sind ausserdem nicht zu erwarten.

Was spricht für die Bewerbung von Almaty?

Die grössere Wintersport-Tradition und die kompakteren Spiele. Alle Sportstätten sollen innerhalb eines Radius von 30 Kilometern liegen, die meisten sind schon vorhanden.