Keine 48 Stunden nach dem Kantersieg gegen den slowakischen Meister Slovan Bratislava in der Europa League wurden die Young Boys in Buochs brutal zurück auf den Boden der Realität geholt.

Die entscheiden Szene vor 2251 Zuschauern im Stadion Seefeld spielte sich schon nach fünf Minuten ab. Eine Missverständnis zwischen Gregory Wüthrich und Jan Lecjaks brachte Christophe Lambert in ideale Abschlussposition. Der ehemalige Profi des FC Luzern sorgte für das 1:0, das der grosse Berner Favorit danach vergeblich versuchte wettzumachen.

Die Young Boys, die von Trainer Uli Forte gegenüber der Partie gegen Slovan auf neun Positionen umgestellt worden waren, stellten sich bei ihrem versuchten Sturmlauf oft ungeschickt an.

Meistens blieben sie mit ihren Angriffen in der sehr diszipliniert und kompakt stehenden Defensive der Gastgeber hängen. Seine besten Szenen hatte YB kurz vor der Pause mit Chancen von Milan Gajic, Guillaume Hoarau und Adrian Nikci und gegen Ende der Partie. Hoarau traf in der 82. Minute ins Tor, allerdings aus Abseitsposition, und der Abschluss von Samuel Afum in der 90. Minute wurde vom Buochser Keeper Blätter gehalten.

Die Nidwaldner haben den Sieg keineswegs gestohlen. Sie erspielten sich auch nach dem 1:0 noch einige Torchancen. Meistens hatte dabei der 27-jährige Lambert seine Füsse mit ihm Spiel.

Der SC Buochs verdiente sich den Exploit. In seiner Cup-Geschichte spielte der Verein aus der gut 5000 Einwohner zählende Gemeinde schon gegen Basel, St. Gallen, Servette, Thun und Aarau. Die St. Galler zogen 1999 im Sechzehntelfinal ebenfalls als Verlierer davon.

Damals spielte bei Buochs der jetzige Schweizer Nationaltrainer Vladimir Petkovic. Petkovic verzichtete trotz Einladung auf den Cup-Knüller am Ufer des Vierwaldstättersees. Dafür sahen mit Rolf Fringer und Paul Wolfisberg zwei ehemalige Nationalcoaches den Buochser Exploit.

Für die Young Boys, die 1987 den Cup letztmals gewonnen haben, war die Enttäuschung in Buochs fast ein Déjà-vu. In der letzten Saison hatten sich die Berner ebenfalls gegen einen krassen Aussenseiter blamiert.

Im Achtelfinal waren sie mit 1:4 an Le Mont, das damals in der Promotion League spielte, gescheitert. In der letzten Saison hatte Forte noch die miserablen Platzverhältnisse als Grund für das Ausscheiden vorbringen können.

Diesmal ging er mit seiner Mannschaft hart ins Gericht. «Es war eine unerklärliche, inakzeptable Leistung», urteilte der Zürcher. «Wir waren arrogant. Egal, wer auf dem Platz steht, gegen einen Zweitligisten müssen wir gewinnen. Uns ist die Umstellung nach der Europa League nicht gelungen.»

Luzern in extremis

Der FC Luzern verhinderte eine Enttäuschung in Schaffhausen nur knapp. Die Innerschweizer gingen durch Dario Lezcano (9.) und Adrian Winter (44.) zweimal in Führung. Spätestens nach dem 2:2 des ehemaligen Baslers Federico Almerares war die Nervosität in den Reihen des Super-League-Schlusslichts aber spürbar. Schaffhausen war nach dem 3:2 von Igor Tadic dem 4:2 näher als Luzern dem 3:3. Eine Standardsituation und ein Kopfball des sieben Minuten zuvor eingewechselten Ridge Mobulu (83.) rettete den Gast in die Verlängerung. Dort machte Marco Schneuwly mit zwei Toren den Achtelfinal-Einzug perfekt.

Sion und Aarau reichten jeweils ein Treffer, um sich beim Gegner aus der Challenge League durchzusetzen. Die alles in allem souveränen Sittener trafen nach einer knappen Stunde zum verdienten 1:0 gegen Biel. Die Aarauer waren in Chiasso in der 93. Minute durch einen direkten Freistoss von Luca Radice erfolgreich, nachdem sie zuvor eine enttäuschende Leistung geboten hatten.

Auswahl Cup-Sechzehntelfinals: Tägerwilen (2.) - Lugano (ChL) 3:9 (1:5). Münsingen (1.) - Locarno (PL) 1:0 (0:0). Biel (ChL) - Sion 0:1 (0:0). Buochs (2. int.) - Young Boys 1:0 (1:0). Chiasso (ChL) - Aarau 0:1 (0:0). Schaffhausen (ChL) - Luzern 3:5 (1:2, 3:3) n.V.

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