Packt es Didier Cuche?

Sollte die Olympia-Abfahrt heute Abend Schweizer Zeit stattfinden, ist die Ausgangslage offen. Krönt Didier Cuche heute seine grosse Karriere? Oder nutzt ein kanadischer Aussenseiter seine Chance? Die AZ zeigt die Favoriten.

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Auf diesen Kopf gehört die Krone

Auf diesen Kopf gehört die Krone

Felix Bingesser, Whistler

«Liebt sie mich, liebt sie mich nicht, liebt sie mich?», fragt der kleine Junge und zupft am Gänseblümchen. «Fahren sie, fahren sie nicht, fahren sie?», fragen die unzähligen Wetterfrösche, Hobby-Meteorologen, Möchtegern-Bucheli und sonstige Kachelmänner in Whistler Mountain. Da, wo die Wolken tief hängen und sich der Regen mit Schneefall ablöst und danach vom Schneeregen verdrängt wird.

Die heutige Olympia-Abfahrt, die vor allem für das Schweizer Team zur grossen Initialzündung werden soll, hängt an einem seidenen Faden. Und es erweist sich als weise Entscheidung, dass man diese «Königsdisziplin» (zumindest aus helvetisch-österreichischer Sicht) derart früh im Programm hat, um für allfällige Verschiebungen bereit zu sein.

Gelüftet ist nun wenigstens das Geheimnis einer Piste, auf der bis vor Olympia nur die Kanadier trainiert haben. «Sie ist anspruchsvoller, als viele im Vorfeld gesagt haben», sagt Cheftrainer Martin Rufener. Das kommt einem wie Didier Cuche, dem komplettesten und besten Abfahrer der Welt, natürlich entgegen.

Olympia-Abfahrten haben allerdings eigene Gesetze. Antoine Dénériaz, Fritz Strobl, Jean-Luc Crétier, Patrick Ortlieb und Tommy Moe. So heissen die letzten fünf Abfahrts-Olympiasieger, und auch einer wie der amerikanische Nasenbohrer Bill Johnson hat diesen Titel schon gewonnen. Mit Ausnahme von Strobl waren es allesamt überraschende Gewinner, denn auch Ortlieb war zu dieser Zeit nicht die dominierende Figur auf den Abfahrtsstrecken.

Einer, der an die Triumphe von Bill Johnson oder Tommy Moe anknüpfen könnte, ist Lokalmatador Robbie Dixon. Der 25-jährige Kanadier aus Vancouver, der für den Skiclub Whistler Mountain an den Start geht, war noch nie auf einem Abfahrtspodest, hat bei den Trainings auf seiner Heimstrecke aber einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen und gilt als heisser Aussenseiter.