Der EM-Titel ging an Pablo Brägger. Der 24-jährige Ostschweizer erschwerte wie angekündigt seine Übung im Vergleich zur Qualifikation und zeigte einen brillanten Vortrag, der mit 14,933 Punkten belohnt wurde. Es war der verdiente Lohn für den St. Galler, der in der Vergangenheit an seinem Lieblingsgerät an internationalen Titelkämpfen im entscheidenden Moment oft gepatzt oder Pech bekundet hatte.

Brägger geht als fünfter Schweizer Europameister im Kunstturnen nach Jack Günthard, Ernst Fivian, Daniel Giubellini und Donghua Li in die Geschichte ein. 2015 hatte er seine erste Einzel-Medaille mit Bronze am Boden geholt. Die vor Brägger einzige Gold-Medaille am Reck hatte Günthard vor 60 Jahren in Paris geholt.

Ebenso sauber wie Brägger turnte der Aargauer Hegi, der auch seine dritte Reckübung in dieser Woche ohne Makel präsentierte und mit 14,500 Punkten seine erste Einzel-Medaille holte. Der Aargauer krönte damit eine sehr starke Woche, hatte er doch neben dem Einzug in den Mehrkampf-Final auch die Qualifikation für drei Gerätefinals geschafft. Bronze am Reck ging an den Russen David Beljawski.

Platz 5 für Yusof am Barren

Vor Brägger und Hegi hatte auch Eddy Yusof im Barrenfinal eine starke Leistung gezeigt. Er steigerte sich im Vergleich zur Qualifikation um einen halben Punkt. Mit 15,000 Punkten blieben die Medaillen im ersten Gerätefinal an internationalen Titelkämpfen für den 22-jährigen Zürcher jedoch ausser Reichweite, da die Konkurrenz schwieriger als Yusof turnte. Pech bekundete Oliver Hegi, der ein Problem mit dem Griff bekundete und zweimal stürzte.