Olympische Spiele
Nach Schweizer Dreifach-Erfolg: Fünf Gründe warum, die Schweiz die perfekte Mountainbike-Nation ist

Jolanda Neff, Sina Frei und Linda Indergand haben mit ihrem Dreifachsieg an den Olympischen Spielen für einen historischen Erfolg gesorgt. Dass dies ausgerechnet im Mountainbiken gelingt, ist kein Zufall.

Raphael Gutzwiller
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Grosser Jubel Sina Frei, Jolanda Neff und Linda Indergand (von links).

Grosser Jubel Sina Frei, Jolanda Neff und Linda Indergand (von links).

Manthey Stephane / Presse Sports

1. Perfekte Trainingsbedingungen

Wie es der Name sagt: Mountainbike wird vor allem in bergigem Gelände gefahren, die Schweizer sind da im Vorteil. Aber nicht nur die Landschaft, auch die Infrastruktur ist ideal zum Mountainbiken. Laut Schweiz Tourismus stehen in der Schweiz 4500 Kilometer an Bike-Wegen zur Verfügung. Die Voraussetzungen für gute Touren sind damit auch für Amateure gegeben.

Biken auf dem Hörnli-Trail in Arosa.

Biken auf dem Hörnli-Trail in Arosa.

Nathan Hughes / Arosa Tourismus

2. Es gibt Vorbilder

Seit es den Mountainbike-Sport gibt, ist die Schweiz Weltspitze. Nie hatte sie eine Baisse. So hatten die jungen Talente stets Vorbilder. Als Schweizer Pionier gilt Thomas Frischknecht. 1996 holt er im ersten olympischen Mountainbikerennen Silber. Bei den Frauen gelingt dies vier Jahre später Barbara Blatter. Es sind Vorbilder der kommenden Generation rund um Nino Schurter, der wiederum zu einem Vorbild avancierte. Die Schweizer Talente werden mit dem Wissen gross, dass man es weit bringen kann. Und kommen sie ins Nationalteam, lernen sie von den vorhandenen Erfahrungen der Teamkolleginnen. Silbermedaillengewinnerin Sina Frei profitierte auch von den Erfahrungen von Jolanda Neff. Sie ist ein weiteres Vorbild.

Thomas Frischknecht holt an den Olympischen Spielen 1996 die Silbermedaille.

Thomas Frischknecht holt an den Olympischen Spielen 1996 die Silbermedaille.

Christoph Ruckstuhl/Keystone

3. Polysportive Ausbildung

Swiss Cycling ist ein Vorreiter, wenn es darum geht, neue Trainingsmethoden zu finden. Längst versteift sich der Verband nicht darauf, einzelne Raddisziplinen zu fördern, sondern bildet die Talente divers aus. Ob Mountainbike, Strasse, Bahn oder Quer: In der Ausbildung kommt der Nachwuchs in den Genuss aller Disziplinen. Swiss Cycling testet wissenschaftlich, wo die Talente am ehesten Erfolge haben können. Wie offen mit Disziplinwechsel umgegangen wird, zeigen auch die drei Medaillengewinnerinnen: Zur Vorbereitung auf die Olympischen Spiele bestritten sie auf der Strasse noch die Tour de Suisse Women.

Fährt auch mal auf der Strasse: Die neue Olympiasiegerin Jolanda Neff.

Fährt auch mal auf der Strasse: Die neue Olympiasiegerin Jolanda Neff.

Bild: Keystone

4. Das liebe Geld

Wer ein gutes Mountainbike möchte, braucht Geld. Schnell einmal kostet die Sportart viel. Will man im Mountainbike-Sport erfolgreich sein, braucht es die Vorzüge eines guten Bikes. Durch den Wohlstand in der Schweiz ist die Chance, dass Talente die Möglichkeit erhalten, grösser als anderswo. Zudem verdienen die Profis in der Schweiz vergleichsweise gut.

5. Die Sportler-RS

Die Schweizer Armee hat einen Anteil am Medaillengewinn. Alle drei Athletinnen haben die Spitzensport-Rekrutenschule absolviert, zudem waren Neff und Indergand als Zeitmilitär-Spitzensportler angestellt. Dadurch erhalten die Athletinnen und Athleten Lohn von 2500 Franken pro Monat und sind militärversichert. Davon profitierten auch Nino Schurter und Silbermedaillengewinner Mathias Flückiger.

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