Stöckli
Olympia: Erfolg auf Schweizer Skis

Vier Medaillen hat die Schweizer Skifirma Stöckli mit ihren Fahrerinnen und Fahrern an den Olympischen Spielen bereits herausgefahren. Im Vergleich zu den «Grossen» im Skizirkus ist das ein Riesenerfolg.Stöckli-Ski feiern bei Olympia grosse Erfolge – und auch Pistenfahrer fahren darauf ab

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Wintermärchen aus Wolhusen

Wintermärchen aus Wolhusen

Sabina Sturzenegger

Für die Schweizerin Fanny Smith gabs zwar beim olympischen Skicross in der Nacht auf gestern kein Gold – und dennoch gab es Gold für die Schweiz: Smiths Konkurrentin aus Kanada, Ashleigh McIvor, fuhr nämlich mit einem Stöckli-Ski zum Sieg.

Der Skihersteller aus Wolhusen LU kann in Vancouver bereits eine ansehnliche Bilanz vorweisen: Bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe gingen zwei Gold-, je eine Silber- und eine Bronzemedaille auf das Konto von Stöckli-Ski. Am Sonntag hatte der Frutiger Mike Schmid im Skicross die Goldmedaille geholt. Neben Schmid auf dem Treppchen stand, mit der Bronzemedaille um den Hals, der Norweger Audun Groenvold – ebenfalls ein Stöckli-Ski-Pilot. Und bereits am Samstag hatte die Slowenin Tina Maze auf Stöckli die Silbermedaille im Super-G gewonnen.

Die Hälfte der Medaillen im Skicross

«Für uns sind diese Winterspiele natürlich fantastisch», sagt Adrian Albrecht, Marketingleiter von Stöckli, zu dieser Zeitung. Vor allem in der jüngsten olympischen Disziplin, dem Skicross, können die Bretter aus der Zentralschweiz einen Erfolg nach dem anderen feiern: «Die Hälfte der Medaillen im Skicross geht an Stöckli», bilanziert Albrecht stolz.

Schon früh hat der Schweizer Skibauer auf diese spektakuläre Trendsportart mit Steilwandkurven, Wellen und Sprüngen gesetzt. Nun zeigt sich, dass er bereits einen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz herausgefahren hat. Doch erwartet hat man diesen Medaillen-Segen gemäss Albrecht nicht.

Und er ist auch alles andere als selbstverständlich, denn Stöckli ist der kleinste unter den Skiherstellern im alpinen Rennsport. Im Vergleich zu Marken wie Head, Atomic oder Salomon, die den Skizirkus dominieren, muss Stöckli mit einem viel kleineren Budget auskommen. Laut Albrecht investiert das Unternehmen ungefähr
2 Millionen Franken in den Rennsport. «Das dürfte rund ein Zehntel dessen sein, was unsere Konkurrenten Head oder Atomic investieren», schätzt der Marketing-Chef.

Zehn Prozent mehr verkauft

Natürlich zahlen sich strahlende Gesichter von Olympiasiegern, auf deren Skispitzen das Schweizer Kreuz aufblitzt, auch auf dem Markt aus: Stöckli hat in der noch laufenden Wintersaison 2009/2010 zehn Prozent mehr Ski verkauft.

Und nicht nur die Schweizer stehen auf Schweizer Latten: Etwa 40 Prozent der 45000 bis 50000 Paar Ski, die Stöckli jährlich herstellt, werden ins Ausland verkauft.