Europa League
Ohne jegliche Mühe: Die Young Boys bezwingen Sofia locker mit 3:0 – ein Junger sticht heraus

Die Berner wahren mit einem klaren Heimsieg im leeren Wankdorfstadion ihre Chance, in der Europa League zu überwintern.

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Felix Mambimbi (am Ball) überzeugt bei YB mit zwei Toren.

Felix Mambimbi (am Ball) überzeugt bei YB mit zwei Toren.

Keystone

Könnten die Young Boys im Europacup alle ihre Spiele auf Kunstrasen austragen, müsste man sie zu den Titelanwärtern zählen. Eine Woche nach dem 1:1 in Cluj und dem achten internationalen Auswärtsspiel in Folge ohne Sieg, haben sie den bulgarischen Rekordmeister (31 Titel) CSKA-Sofia im Wankdorf mit einem 3:0 in die Schranken gewiesen. Und mit dem vierzehnten Sieg im zwanzigsten Heimspiel einer Gruppenphase in der Europa League eindrücklich ihr Image untermauert: Zu Hause hui, auswärts pfui.

Bei Halbzeit dieser Kampagne liegen die Berner nun punktgleich mit Cluj (0:5-Niederlage in Rom) auf Rang 2, drei Zähler hinter der AS Roma (7) und drei vor CSKA-Sofia (1). Damit sind ihre Chancen intakt, erstmals seit sechs Jahren wieder die Sechzehntelfinals zu erreichen. Allerdings haben sie das Handicap, gegen die Roma und Sofia noch zwei Mal auswärts (pfui) antreten zu müssen, aber nur noch gegen Cluj zu Hause (hui) spielen zu dürfen.

Mambimbi schiesst erstmals zwei Tore

Im 138. Europacupspiel ihrer Geschichte erstmals auf einen Gegner aus Bulgarien treffend, legen die Young Boys im leeren Wankdorfstadion los, als müssten sie sich den Frust über die mässige Torproduktion der letzten Wochen von der Seele schiessen. Oder, weniger wahrscheinlich, als wollten sie sich für die 1:3-Niederlage des FC Basel gegen diesen Gegner in der vierten Qualifikationsrunde rächen. Nach zwei Minuten trifft der 19-jährige Felix Mambimbi zum 1:0, nach 18 Minuten Miralem Sulejmani zum 2:0 und nach 32 Minuten schnürt Mambimbi seinen ersten Doppelpack als Profi.

Festzuhalten ist allerdings, dass die komfortable 3:0-Führung nicht allein auf ein überzeugendes Angriffsspiel von YB zurückzuführen ist, sondern mindestens gleichermassen der haarsträubenden Abwehrarbeit der Gäste geschuldet ist. Anzunehmen ist, dass Interimstrainer Daniel Morales, der im Oktober Stamen Belchev abgelöst hat, nicht lange im Amt bleibt, fährt seine Mannschaft im selben Stil fort. Zumal in der heimischen Meisterschaft der Rückstand auf Serienmeister Ludogorets bei einem Mehrspiel bereits auf fünf Punkte angewachsen ist.

Allerdings zeigen die Bulgaren im Spiel nach vorne auch ordentliche Ansätze. Bedingt durch eine gewisse Nonchalance der 3:0 führenden Gastgeber treffen sie durch Ali Sowe den Pfosten. YB, von Trainer Gerardo Seoane im Vergleich zum Spiel in Cluj auf fünf Positionen umgebaut, nimmt nach der Pause den Fuss vom Gaspedal und ist darauf bedacht, den Dreitorevorsprung zu verwalten. Wären wie in Vor-Coronazeiten 15 000 Zuschauer im Stadion gewesen, hätte es wohl mehr für die Offensive getan. So aber dürfte den Gelbschwarzen durch den Kopf gegangen sein, dass sie bereits am Sonntag gegen St. Gallen die Tabellenführung und Ungeschlagenheit zu verteidigen haben.