Eishockey
Oberaargauer müssen ohne Topscorer in den Ring

In Langenthal wird Geschichte geschrieben - das erste Mal seit Einführung der Playoffs spielen die „gelb-blauen Helden" eine Ligaqualifikation, nach zwanzig Jahren sind dies die ersten Spiele um einen Aufstieg in die NLA.

Leroy Ryser
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Ambris Eric Landry sorgt vor dem Langenthaler Goalie Marc Eichmann für Unruhe. Karl Mathis/key

Ambris Eric Landry sorgt vor dem Langenthaler Goalie Marc Eichmann für Unruhe. Karl Mathis/key

Nachdem das erste Spiel nur knapp zu Gunsten der Tessiner geendet hat, sind die Langenthaler weiterhin im Geschäft. Denn auch im Spiel zwei sah man den Klassenunterschied nur in einzelnen Belangen, nicht aber konstant übers ganze Spiel. „Die Tore welche Ambri erzielte, haben wir ihnen beinahe geschenkt. Gerade das zeigt, dass wir nicht unterlegen waren. Zudem hatten wir diverse Chancen, die mit ein wenig Glück zu Treffern geführt hätten", erklärte SCL-Verteidiger Claudio Cadonau nach dem zweiten Spiel.

Sicherlich war Ambri mit viel Druck aufs gegnerische Tor unterwegs und Einzelspieler wie Noreau, Pestoni oder Perrault sind andauernd gefährlich. Und trotzdem: Gelingt dem Team von Heinz Ehlers das eine oder andere Tor, beginnt das Ambri-Monument mit Sicherheit zu wackeln. „Die Scheibe bewegte sich vielfach nicht für uns", sagte SCL-Ausländer Brent Kelly. „Aber schlecht haben wir sicherlich nicht gespielt, das hat man bei den diversen Chancen die wir hatten gesehen."

Vier Jahre lang unzertrennlich

Hätte, wenn und aber - drei Wörter die in den Spielanalysen der SCL-Fans gleich mehrfach auftauchen. Hätte man das Powerplay besser genützt, hätte man vielleicht gegen Ambri gewonnen. Vor allem aber taucht in diesem Zusammenhang ein Name immer wieder auf: Jeff Campbell. Der NLB-Ligatopscorer fehlt dem SC Langenthal bekanntlich verletzungsbedingt gegen den HC Ambri-Piotta und dies bemerkt man auch auf dem Eis. Die Oberaargauer erzielten in den 120 Spielminuten nur ein Tor und machten zuletzt im Powerplay keine überzeugende Falle.

Auch sein kanadischer Kollege Brent Kelly gibt zu, dass er seinen Kollegen vermisst: „Wir haben nun vier Jahre lang, kein Spiel verpasst. Wir liefen immer in der gleichen Linie auf und da gewöhnst du dich eben an deinen Kollegen. Es ist schon speziell und ja ich vermisse Jeff auf dem Eis schon ein bisschen", so Kelly. Auch wenn Yannick Bodemann den leeren Platz vom wegen eines Wadenbeinbruchs ausgefallenen Campbell in der Linie gut füllt, „ein solcher Spieler ersetzt man nicht so einfach."

Das klingt nun aber doch allzu negativ, denn letztlich sei im Team weiterhin eine sehr positive Stimmung. Dies unterstreicht auch Cadonau: „Wir waren gegen Lausanne in derselben Situation. Es ist erst fertig, wenn ein Team vier Mal gewinnt, deshalb ist in dieser Serie noch gar nichts verloren."

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