Tennis

Nur eine Zwischenlandung – Bencics Zukunft bleibt trotz Niederlage ungetrübt

Belinda Bencic

Belinda Bencic

Belinda Bencic scheitert bei den Australian Open überraschend. Doch ihr Lachen verliert sie nicht und ihre Perspektiven bleiben rosig.

Wer bei einem Grand-Slam-Turnier mit Venus Williams die Vorjahresfinalistin, siebenfache Major-Siegerin und aktuelle Nummer fünf der Welt bezwingt, katapultiert sich unweigerlich in den Stand einer Titelanwärterin.

Erst recht, wenn man mit 18 Jahren bereits selber einmal die Nummer sieben der Welt gewesen ist und als Zukunft des Frauentennis gegolten hat wie Belinda Bencic. «Wenn du so jung gewinnst, wirst du von allen gehypt», sagte sie über die 15-jährige Ukrainerin Marta Kotsyuk und dürfte sich dabei auch ein wenig an ihre Geschichte erinnert haben. Mit einem Lachen fügte die 20-Jährige an, nun gelte sie ja selber schon als Veteranin.

Belinda Bencic hatte es also nicht verloren, ihr Lachen. Auch nach dem überraschenden 1:6, 3:6 gegen die thailändische Qualifikantin Luksika Kumkhum (24, WTA 123). Zu klar war das Verdikt. «Sie machte kaum Fehler, setzte mich ständig unter Druck und zwang mich damit dazu, mehr Risiken einzugehen, als ich eigentlich wollte», sagte Bencic.

Bencic wirkt dennoch entspannt

Einen Schlüssel dagegen fand sie nie. Was blieb, war der grenzenlose Frust. Bereits im vierten Game schmetterte sie ein erstes Mal den Schläger zu Boden. Immer wieder schüttelte sie den Kopf, sie haderte, zerbrach einen Schläger und wurde dafür verwarnt.

«Jede Niederlage schmerzt für eine Weile. Aber es gibt keinen Grund, negativ eingestellt zu sein», resümierte sie später. Seit ihrem Comeback im letzten Oktober hat sie 29 von 34 Spielen gewonnen und sich von Position 318 in der Weltrangliste wieder bis unter die ersten 70 vorgearbeitet.

«Ich habe gut gespielt und ich bin gesund. Von dieser Niederlage lasse ich mich nicht runterziehen», sagte sie und wirkte dabei völlig entspannt. Grösser hätte der Kontrast nicht sein können zum letzten Mal, als sie auf dieser Stufe eine Niederlage hatte erklären müssen. Damals beantwortete sie in Biel nur drei Fragen.

Belinda Bencic während dem Spiel gegen Luksika Kumkhum an den Australian Open  in Melbourne

Belinda Bencic an den Australian Open

Belinda Bencic während dem Spiel gegen Luksika Kumkhum an den Australian Open  in Melbourne

Seither ist viel passiert. Bencic hat sich erst einer Operation am linken Handgelenk unterzogen, dann knapp fünf Monate pausiert und in dieser Zeit ihr persönliches Umfeld nach ihren Vorstellungen umgebaut.

Das zahlte sich mit drei Turniersiegen im Herbst schneller aus als erwartet. Sie sagt, sie sei in den letzten Monaten nicht nur als Spielerin, sondern vor allem auch als Mensch gereift. Ihre Perspektiven für die unmittelbare Zukunft bleiben rosig.

Prag als nächster Fixpunkt

Ob sie bei einem kleineren Turnier in Taipeh, für das sie sich eingeschrieben hat, antritt, liess sie offen. Sicher ist, dass sie im Februar in Prag mit dem Fed-Cup-Team gegen Tschechien spielt. Dann will sie einen Trainingsblock einlegen, um sich auf die Hartplatzturniere in Acapulco, Indian Wells und Miami vorzubereiten. Dort kann sie beweisen, dass die Niederlage gegen Kumkhum nur eine Zwischenlandung und nicht das Ende des Höhenflugs war.

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