FC Basel
Nur ein Schatten seiner selbst – verliert der FC Basel seinen Ruf?

Der FC Basel ist dran, seinen Ruf zu verlieren – und YB ist neuer Tabellenführer. Nach sieben Spielen muss der FC Basel bereits zwei Niederlagen verkraften. So viel wie unter Urs Fischer in der ganzen Saison

Sébastian Lavoyer und Stefan Baumgartner
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Die Spieler des FC Basel verlassen enttäuscht das Spielfeld.

Die Spieler des FC Basel verlassen enttäuscht das Spielfeld.

KEYSTONE

Raphael Wicky hat ein Problem. Es sitzt in den Köpfen. Seiner Spieler. Seiner Gegner. Der Fussball-Schweiz. Basel ist dabei, seinen Nimbus der Unbesiegbarkeit zu verlieren. Zwei Pleiten in sieben Spielen – so oft hat das Team unter Urs Fischer während der gesamten Saison verloren. Aber es geht nicht nur um diese rein quantitative Betrachtung, es geht um die Qualität der Niederlagen.

YB hat im ersten Spiel dieser Meisterschaft gezeigt, dass der FC Basel verwundbar ist. Es war ein Signal an die Liga. Der FC Basel war in den letzten Jahren der Konkurrenz entrückt. Unaufhaltsam eilte er von Erfolg zu Erfolg. Keiner konnte dem FCB nur annähernd das Wasser reichen. Man beendete die Rekord-Saison unter Fischer mit 17 Punkten Vorsprung auf den Zweiten, auf YB. Der YB-Sieg brachte ein kleines bisschen Hoffnung zurück bei den anderen neun Super-League-Vereinen. Besonders natürlich bei YB selbst. Das seit gestern und dem klaren 3:0-Erfolg gegen Lugano auf Rang eins der Tabelle klassiert ist.

Unter Urs Fischer hat der FCB letzte Saison nur zwei Mal verloren   Urs Fischer 

Unter Urs Fischer hat der FCB letzte Saison nur zwei Mal verloren   Urs Fischer 

Roland Schmid

Der FCB hat sich nach der Niederlage gegen YB gefangen, gewann drei Spiele in Serie. Aber dann kamen das schwache 1:1 gegen Lugano im Joggeli, das 1:1 in Sion und am Samstag die Heimpleite gegen Lausanne (1:2). Der Tabellenletzte schlägt den Serienmeister. Die Leichtigkeit ist weg. Der FC Basel ist ein Schatten seiner selbst. Als wäre der zweite Stern auf der Brust eine Last.

Die harte Realität

Ganz anders YB. Auch wenn es in der ersten Halbzeit gegen Lugano etwas Mühe bekundete. Am Ende fanden die Berner nach drei sieglosen Partien zurück zum Erfolg. Der Kameruner Jean-Pierre Nsamé traf zweimal, Roger Assalé zum zwischenzeitlichen 2:0.

Zurück nach Basel: Die neue Führung um Präsident Bernhard Burgener und Sportchef Marco Streller hat sich bewusst für eine Strategie entschieden, die mehr Risiken birgt. Man will vermehrt auf Eigengewächse setzen, hat das Team verjüngt, den Kader verkleinert, die Verträge von Grossverdienern auslaufen lassen. Unter dem Jubel der Anhänger. Für sie war der Neuanfang eine Chance, die Hoffnung auf mehr Unterhaltung, mehr Identifikation durch Spieler aus Basel und der Umgebung.

Unter der neuen Führung will der FCB vermehrt auf die jüngeren Akteure setzen

Unter der neuen Führung will der FCB vermehrt auf die jüngeren Akteure setzen

Keystone

Doch Streller & Co. haben gewarnt. Es wird nicht von heute auf morgen gehen. Aber aus Träumen werden in Basel schnell Erwartungen. Und diese prallen nun auf die harte Realität. 1:2 gegen Lausanne. Es ist noch das geringste Problem, dass man am Dienstagabend im Old Trafford in der Champions League auf Manchester United trifft. Denn gegen die Engländer kann Basel fast nur gewinnen. Gerade nach diesem Spiel.

Basel ist verletzlich

Viel gefährlicher ist, was in der Schweiz geschieht. Basel ist verletzlich. Das wissen nun alle. Bis ins Tessin. Bis nach Chiasso, der Zweitrunden-Cupgegner von Basel am kommenden Sonntag. Das könnte ein richtig harter Brocken werden, eine ungemein wichtige Partie, fast wichtiger als United am Dienstag, auf jeden Fall viel schwieriger.
Klar ist, Basel braucht einen Impuls, die Mannschaft braucht irgendetwas, das sie aus dieser Spirale rausreisst. Denn derzeit genügen kleine Dinge, um das Team aus dem Tritt zu bringen.

Der FCB braucht einen Impuls, um aus dem Teufelskreis ausbrechen zu können

Der FCB braucht einen Impuls, um aus dem Teufelskreis ausbrechen zu können

KEYSTONE

Je länger diese Phase andauert, desto grösser die Hoffnung bei den Gegnern, desto schwieriger das Rauskommen aus dem Teufelskreis. Ein Coup am Dienstag würde dem FCB helfen. Doch die Vorzeichen stehen schlecht. Umso bedeutender deshalb die weiteren Spiele in der Liga und im Cup. Wenn in diesen nicht ein Zeichen gesetzt wird, dann könnte es düster werden. Zumindest für alle, die den FCB unterstützten. Den Rest der Liga, allen voran YB, freut es.