Champions League
Nur 1:1 gegen Rasgrad: Der FC Basel gerät ins Stolpern

Der Schweizer Meister hatte gegen die Bulgaren über die gesamte Spieldauer mehr Spielanteile, musste sich letztlich aber dennoch mit einem Unentschieden begnügen. Ein Konter, ein einziger Torschuss genügte Ludogorets, um im St.-Jakobs-Park einen Punkt einzufahren. Renato Steffen rettet den Baslern immerhin einen Punkt.

Sébastian Lavoyer
Drucken
Basel - Ludogorez Rasgrad
6 Bilder

Basel - Ludogorez Rasgrad

Keystone

Was bringen sieben Siege in Serie, wenn man im wichtigsten Moment von der Siegesstrasse abkommt? Der FC Basel spielt zum Auftakt in die Champions-League-Gruppenphase nur 1:1 gegen Ludogorets Rasgrad – dabei wäre ein Sieg in diesem Heimspiel sehr wichtig gewesen, um auch nach der Winterpause europäisch zu spielen. Das wird schwer, geht man davon aus, dass gegen Paris St. Germain und Arsenal, die gestern ebenfalls 1:1 spielten, schon ein Punktgewinn als starke Leistung zu werten wäre. So muss Basel wohl sicher in Bulgarien siegen.

Nicht viel besser als das Resultat ist das Licht, das dieses Spiel auf die Super League wirft: Bisher wurde Basel in der Schweiz kaum gefordert. Noch schaffte es kein einziges Team nur schon im Ansatz, dem Serienmeister Punkte abzuluchsen. Ludogorets dagegen, seines Zeichens ebenfalls fünffacher Serienmeister in Bulgarien, schafft dies mit einem defensiven Riegel und einem sauber vorgetragenen schnellen Gegenstoss.

Wenig überraschender FCB

Kommen wir zum Spiel: «Wir wissen alles über Basel und sie wissen alles über uns», sagte Ludogorets-Coach Georgi Dermendzhiev vor dem Anpfiff. Genau so gestaltete sich die Partie dann auch über weite Strecken. Basel gibt den Ton an, Ludogorets mauert. Das war zu erwarten, denn Basel hat einen Sieg angestrebt, um dem Minimalziel, europäisch zu überwintern, einen grossen Schritt näher zu kommen.

Schon in der sechsten Minute kommen die Basler zum ersten Hochkaräter durch Steffen. Danach aber ebbt das Basler Spiel ab. Die einzige Spitze, Marc Janko, ist kaum gesehen, bevor er in der 36. Minute verletzt weichen muss und durch Doumbia ersetzt wird. Fischer setzte wie erwartet erst auf den Österreicher. Getreu seinem Rotationsprinzip. Es darf nach diesem Spiel gefragt werden, ob es nicht gescheiter gewesen wäre, dem Ivorer den Vorzug zu geben? Er traf zuletzt doppelt gegen GC und verfügt über einiges mehr an Champions-League-Erfahrung als Janko, erzielte in bisher 22 Partien 13 Treffer. Und er wirkt nach seiner Einwechslung in seinen Aktionen überraschender als der Österreicher.

Überhaupt ist wenig überraschend am Auftritt des FCB – weder die Spielzüge noch die Aufstellung. Fischer bringt seine bevorzugte Elf und mit Balanta und Zuffi zwei Spieler, die noch am Vortag fraglich waren – und im Fall von Zuffi zwei Wochen ohne Ernstkampf. Bei Balanta ist das nachvollziehbar. Denn Fischers Alternative wäre Hoegh gewesen, dem mehrfach schon in wichtigen internationalen Spielen die Nerven versagten. Anstelle Zuffis jedoch hätte Fischer durchaus Fransson bringen können (er wechselte ihn in der 70. Minute ein). Der Schwede zeigte gegen GC seine Klasse und überzeugte vor allem mit seinen langen Bällen. Allerdings auch hier: Zuffi spielte gewohnt solid. Fischer für diesen Entscheid einen Vorwurf zu machen, wäre vermessen.

Eigentlich spielte der Schweizer Meister grundsolid. Bis kurz vor der Pause: Cafu tanzt Suchy aus und schiebt präzis in die Ecke. Vaclik ohne Chance. Bitter: Es war ein Konter auf einen Konter. Nur Sekunden zuvor lancierte Delgado Bjarnason, doch der Isländer verirrt sich in Rasgrads Innenverteidigung und verliert den Ball.

Mit der Wut im Bauch kommen die Basler aus der Kabine, sind noch überlegener als in der ersten Hälfte. Aber wirklich klare Chancen haben sie lange keine, zu tief steht Rasgrad, zu wenig Überraschung ist im Spiel des FCB.

Derweil die Ludogorets-Spieler jede Situation nutzen, um sich auf dem Rasen des St. Jakob-Park zu wälzen. Die FCB-Fans toben. Und Schiedsrichter Aleksei Kulbakov beweist in diesen Momenten nicht immer Fingerspitzen-Gefühl. Ohnehin macht er keinen wirklich überzeugenden Eindruck. Die Stimmung kocht hoch.

Dann folgt die späte Wende zum Guten aus Schweizer Sicht: Lang mit der Flanke, Ludogorets-Keeper Stoyanov mit der schwachen Abwehr, Steffen staubt ab – endlich das 1:1. Hoch verdient! Basel rennt weiter an, Basel drückt, Basel versucht alles. Doch es bleibt bei diesem enttäuschenden 1:1 – und das nach sieben Siegen in der Meisterschaft in Serie.

Telegramm:

Basel - Ludogorez Rasgrad 1:1 (0:1)

St. Jakob-Park. - 30'852 Zuschauer. - SR Kulbakow (BLR). - Tore: 45. Cafu 0:1. 80. Steffen (Lang) 1:1.

Basel: Vaclik; Lang, Suchy, Balanta, Traoré; Xhaka, Zuffi (70. Fransson); Bjarnason, Delgado (81. Callà), Steffen; Janko (40. Doumbia).

Ludogorets Rasgrad: Stoyanov; Minev, Moti, Palomino, Natanael (81. Vitinha); Misidjan, Anicet Abel, Dyakov (91. Sasha), Wanderson (85. Plastun); Marcelinho, Cafu.

Bemerkungen: Basel ohne Akanji (rekonvaleszent). 40. Janko verletzt ausgeschieden. Verwarnungen: 65. Steffen (Reklamieren). 67. Wanderson (Foul). 76. Natanael (Unsportlichkeit).

Das Spiel zum Nachlesen im Liveticker:

Aktuelle Nachrichten