Fussball

Nsame, Lustenberger, Seoane, Spycher und Martins: Fünf Berner Helden auf dem Weg zum Meistertitel

Die Young Boys sind zum dritten Mal in Folge Schweizer Meister. Diese fünf Figuren haben ihre Saison geprägt.

Jean-Pierre Nsame: Der Überflieger

Kann noch zum Rekordtorschützen werden: Topskorer Jean-Pierre Nsame.

Kann noch zum Rekordtorschützen werden: Topskorer Jean-Pierre Nsame.

In Bern wird man das Tor von Jean-Pierre Nsame nicht vergessen. Am 28. April 2018 hat sich der Stürmer YB mit seinem entscheidenden Treffer zum ersten Meistertitel seit 32 Jahren unsterblich gemacht. In der Folge bleibt der Kameruner gleichwohl Edelreservist. Wenn er gebraucht wird, ist er aber immer da. Er trifft regelmässig. 13 in seiner ersten, 15 in der zweiten Saison. Doch es dauert bis zu dieser Spielzeit, bis er endlich aus dem langen Schatten von Guillaume Hoarau treten kann. Als sich der YB-Liebling Anfang Saison verletzt, ist Nsame zur Stelle. Er wird zum wichtigsten YB-Offensivspieler und zum klar besten Torjäger der Liga. Mit 30 Treffern egalisiert er gar den Rekord von Seydou Doumbia. Im letzten Spiel gegen St. Gallen will er eine neue Marke aufstellen. Und dann stellt sich die Frage, ob YB den inzwischen begehrten Nsame über den Sommer hinaus in Bern halten kann.

Fabian Lustenberger: Der Anführer

Setzt sich gegen Sions Pajtim Kasami durch: YB-Captain Fabian Lustenberger.

Setzt sich gegen Sions Pajtim Kasami durch: YB-Captain Fabian Lustenberger.

Fabian Lustenberger ist nach Bern gekommen, um endlich seinen ersten Titel zu holen. Und der 32-Jährige hat Wort gehalten. Gleich zu Beginn der Saison erhält der Sommer-Neuzugang von Hertha Berlin die Captainbinde. Damit trat Lustenberger in grosse Fussstapfen. Er hat das Erbe von Steve von Bergen angetreten, der zuvor YB als Captain und Abwehrchef zweimal zum Titel geführt hat. Die Fussstapfen konnte der langjährige Hertha-Spieler spielend ausfüllen. Egal, ob er im defensiven Mittelfeld oder in der Abwehr agierte, er präsentierte sich zweikampfstark, blieb stets zuverlässig und war mit seiner ruhigen Art der ideale Anführer für die verjüngte Mannschaft. In den letzten vier Spielen zum Titel bleibt die Abwehr auch dank ihrem Chef ohne Gegentreffer.

Gerardo Seoane: Der Gefasste

Zeigt Emotionen: Gerardo Seoane (Mitte)

Zeigt Emotionen: Gerardo Seoane (Mitte)

Gerardo Seoane wird nur kurz emotional. Er schreit die Freude über seinen zweiten Meistertitel hinaus, ehe er wenig später wieder gefasst wie immer den Journalisten Rede und Antwort steht. Seine professionelle, fehlerfreie Art kann zuweilen auch langweilig wirken, spricht aber für die Einstellung des 41-Jährigen: Dem wohl grössten Schweizer Trainertalent der Schweiz. Seit er im Januar 2018 beim FC Luzern das Cheftraineramt übernommen hat, schwebt er von einem Erfolg zum nächsten. Zunächst führt er die Innerschweizer ins internationale Geschäft, später YB zur Rekordsaison. Den wichtigsten Leistungsnachweis erbringt er aber in dieser Saison. Zunächst muss er einen Umbruch geschickt moderieren, später fallen viele wichtige Spieler aus. YB hat eine Mini-Krise. Seoane jammert nicht, bleibt auch in der schwierigen Coronasaison fokussiert und führt YB schliesslich souverän zum verdienten Meistertitel. Dass man dabei nicht immer spielerisch glänzt, dürfte ihm derweil egal sein.

Christoph Spycher: Der Macher

Hat den Umbruch im letzten Sommer perfekt moderiert: Sportchef Christoph Spycher.

Hat den Umbruch im letzten Sommer perfekt moderiert: Sportchef Christoph Spycher.

Alles was Christoph Spycher bei gelb-schwarz anfasst, wird zu Gold. Der Sportchef führte YB zu zwei Meistertiteln, ehe im letzten Sommer ein schwieriger Umbruch anstand. Mehrere wichtige Stammspieler verliessen den Meister in grössere Ligen, Spycher ersetzte sie mit Talenten und mit Routinier Fabian Lustenberger. Dass Spycher ein gutes Gespür für die richtigen Spieler und für die ideale Mischung im Kader hat, zeigt er diesmal erneut. Fast die gesamte Defensive hatte Spycher auswechseln müssen, die Transfers schlagen ein. Der bodenständige und ruhige Sportchef schlägt keine lauten Töne an, lässt lieber Taten sprechen. Drei Meistertitel in den letzten drei Jahren sagen genug.

Christopher Martins: Der Neue

Das Lachen nach seinem goldenen Meistertreffer: Christopher Martins.

Das Lachen nach seinem goldenen Meistertreffer: Christopher Martins.

Christopher Martins hat mit seinem strammen Schuss zum 1:0 gegen Sion für jenes Tor gesorgt, das noch gefehlt hatte zum Titel. Dass ausgerechnet Martins jenes entscheidende Tor schiesst, steht sinnbildlich für die Spielzeit der Berner. Wie bei den YB läuft es auch bei Martins zunächst nicht nach Wunsch. In seiner Premierensaison fällt er früh mit einer Schambeinentzündung verletzt aus. Doch wie viele verletzte Spieler von den YB kämpft sich der 23-jährige Luxemburger zurück ins Team. Beim Meisterschaftsendspurt trumpft er derweil mit starken Leistungen auf. Auch dank der Breite des Kaders kürten sich die Berner zum Meister.

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