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Novak Djokovic drohen nach Corona-Fiasko bei Adria Tour Konsequenzen: 5-Jähriger und hochschwangere Spielerfrau positiv getestet

Seit 2016 sind Viktor Troicki und Aleksandra Djordjevic verheiratet. Im Juli werden sie Eltern. Nun haben sich beide mit dem Coronavirus infiziert.

Seit 2016 sind Viktor Troicki und Aleksandra Djordjevic verheiratet. Im Juli werden sie Eltern. Nun haben sich beide mit dem Coronavirus infiziert.

Mit Viktor Troicki ist ein dritter Spieler, der bei der von Novak Djokovic initiierten Adria-Tour spielte, an Covid-19 erkrankt. Wie auch seine hochschwangere Frau Aleksandra. Djokovic drohen Konsequenzen.

Würde man ein Drehbuch schreiben wollen, in dem die Protagonisten alles falsch machen, was man falsch machen kann, die Organisatoren der von Novak Djokovic initiierten Adria-Tour wären das perfekte Vorbild. Als der Turnierdirektor Djordje Djokovic, der Bruder der Weltnummer 1, und der Trainer, Goran Ivanisevic, in Zadar vor die Öffentlichkeit traten, um den positiven Befund bei Grigor Dimitrov zu erklären, sagten sie, man habe alles getan, was man habe tun können. Sie sassen Schulter an Schulter vor den Mikrofonen und demonstrierten damit erneut, wie sehr sie die empfohlenen Abstandsregeln verinnerlicht haben – nämlich gar nicht.

Über 100 Menschen wurden in Quarantäne versetzt, darunter auch der Bürgermeister von Zadar und zahlreiche Kinder, die in der Woche zuvor mit Djokovic auf dem Platz gestanden waren. Neben Dimitrov wurden auch dessen Trainer, Djokovics Fitnesstrainer und Borna Coric positiv auf das Coronavirus getestet. Wie auch der Serbe Viktor Troicki und dessen Frau Aleksandra, die im Juli Mal Mutter wird. Kroatische Medien berichten zudem, ein 5-Jähriger habe sich ebenfalls angesteckt. Demnach handelt es sich um den Enkel des Betreibers des Restaurants «Niko», in dem die Spieler eine Party feierten. «Nun, es ist niemand gestorben. Ich würde es wieder tun», lässt sich der Betreiber, Erik Pavin, zitieren.

Novak Djokovic mit Restaurantbetreiber Erik Pavin und dessen Enkel.

Novak Djokovic mit Restaurantbetreiber Erik Pavin und dessen Enkel.

Doppelt so viele Tote? Serbien fälschte wohl Corona-Zahlen

Kroatien galt bei der Eindämmung der Verbreitung des Coronavirus dank früh ergriffenen und strikten Massnahmen als Europas Musterschüler, nun wurden innert 24 Stunden 19 neue Fälle registriert – so viele wie seit Ende April nicht mehr. Aus Serbien, das seine Restriktionen Anfang Juni weitgehend aufgehoben hat und wo zuletzt über 10'000 Menschen den Meistertitel des Fussballvereins Roter Stern Belgrad feierten, wurde bekannt, dass die von der Regierung veröffentlichten Zahlen wohl massiv gefälscht sind. Nach Recherchen von «Balkan Insight» seien zwischen dem 19. März und dem 1. Juni 632 Menschen im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung verstorben, mehr als doppelt so viele wie behauptet.

Konsequenzen muss auch Novak Djokovic fürchten, der mit seiner Familie am Montag nach Belgrad gereist ist und sich dort einem Test unterzogen haben soll, nachdem er diesen zunächst verweigert hatte, weil er keine Symptome habe. Das Ergebnis steht noch aus und soll dem Vernehmen nach erst am Dienstagabend vorliegen. Geäussert hat sich Djokovic als einziger der Teilnehmer an der Adria-Tour noch nicht. Inzwischen fordern zahlreiche Spieler seine Absetzung als Vorsitzender des ATP-Spielerrats, den er seit 2016 präsidiert. Djokovic steht bereits seit einer Woche unter Beschuss, weil er nicht an der Videokonferenz teilgenommen hat, in der die Organisatoren über die Massnahmen bei den US Open informierten.

Im August soll der seit Mitte März ruhende Spielbetrieb im Profitennis wieder aufgenommen werden, Ende August sollen die US Open in New York durchgeführt werden – ohne Publikum. Die Coronafälle bei der Adria-Tour werfen ein schlechtes Licht auf diesen Plan, sagt Andy Murray gegenüber britischen Medien. Und der Kanadier Vasek Pospisil, der ebenfalls dem Spielerrat angehört, sagte, die meisten Spieler hätten sich gegen die Austragung der US Open ausgesprochen. Mitte Juli endet die Legislaturperiode des zehnköpfigen Spielerrats, dem auch Roger Federer und Rafael Nadal angehören. Gut möglich, dass Novak Djokovic gar nicht mehr antreten wird. Und damit einer Nicht-Wiederwahl zuvorkommt.

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