Australian Open

Novak Djokovic besiegt Dominic Thiem und gewinnt zum achten Mal die Australian Open

Novak Djokovic gewinnt zum achten Mal die Australian Open.

Novak Djokovic gewinnt zum achten Mal die Australian Open.

Titelverteidiger Novak Djokovic bezwingt den Österreicher Dominic Thiem (ATP 4) nach 3:59 Stunden 6:4, 4:6, 2:6, 6:3, 6:4 und gewinnt zum achten Mal die Australian Open. Für den Serben ist es der 17. Grand-Slam-Titel.

Novak Djokovic, der Titelverteidiger, der Rekordsieger, der König von Melbourne, der sieben Mal im Final gestanden war, und immer gewonnen hatte, ist auch in diesem Jahr der Sieger der Australian Open. Im Final bezwingt er nach 3:05 Stunden Spielzeit den Österreicher Dominic Thiem (ATP 4) mit 6:4, 4:6, 2:6, 6:3, 6:4. Es ist der 17. Grand-Slam-Titel für den Serben. Nur Roger Federer (20) und Rafael Nadal (19) waren bei den vier Major-Turnieren noch erfolgreicher als der 32-jährige Serbe.

Dabei deutete für einmal vieles auf eine Palastrevolution hin.

Djokovic tippte den Ball ein Mal, dann ein zweites Mal, ein drittes Mal, ein zehntes Mal. Auf der Uhr hinter ihm waren die 25 Sekunden längst abgelaufen. Der französische Schiedsrichter Damien Dumusois verwarnte Djokovic ein erstes Mal. Dann im gleichen Aufschlagspiel ein zweites Mal, was einen zweiten Aufschlag zur Folge hatte.

Sekunden später musste der Serbe seinen Aufschlag abgeben. Beim Seitenwechsel klopfte Djokovic dem Schiedsrichter hämisch auf die Schuhe, und sagte: «You made yourself famous. Well done!» Als er den Satz verloren hatte, verschwand er in der Kabine. Thiem gewann beim Stand von 4:6, 4:4 sechs Games in Folge und legte damit den Grundstein für die 2:1-Satzführung.

Dominic Thiem verliert zum dritten Mal einen Grand-Slam-Final.

Dominic Thiem verliert zum dritten Mal einen Grand-Slam-Final.

Djokovic ist angeschlagen, aber auch geschlagen?

Novak Djokovic schien nicht mehr sich selbst zu sein. Das Tempo beim Aufschlag fiel in sich zusammen, die Energie, die Spannung, die Intensität, die Beharrlichkeit, das Unerbittliche – ja eigentlich alles fehlte, das ihn zum besten Spieler der Gegenwart gemacht hatte. Obwohl er auf dem Weg in den Final knapp sechs Stunden weniger auf dem Platz gestanden war als Thiem (12:29 Stunden gegenüber 18:24) schien es, als habe er dem druckvollen Spiel des Österreichers nichts entgegenzusetzen.

Dabei war augenscheinlich, dass Djokovic körperliche Probleme hatte. Mitte des dritten Satzes liess er sich zwar Schmerzmittel verabreichen. Doch das änderte nichts daran, dass er apathisch wirkte, seinem Schicksal ergeben.

Thiem hatte vier der letzten fünf Duelle gegen Djokovic gewonnen, davon zwei der drei Begegnungen bei Grand-Slam-Turnieren, beide in Roland Garros. Was seinen ehemaligen Trainer und Ziehvater, Günther Bresnik, in der französischen Sportzeitung «L'Equipe» zur verwegenen Aussage hinreissen liess, Thiem sei die perfekte Mischung zwischen Roger Federer und Rafael Nadal.

«Körperlich stark, voller Selbstvertrauen und hat die bessere Technik als Djokovic. Dominic hat im Kopf einen Vorteil. Er hat keine Angst vor ihnen. Sie wissen: Wenn er auf seinem besten Niveau spielt, besiegt er sie.» Er tut es über weite Strecken des Spiels.

Und doch gewinnt Novak Djokovic.

Djokovic zurück an der Spitze der Weltrangliste

Den vierten Satz gewinnt er mit 6:3, im zweiten gelingt ihm ein frühes Break zum 2:1. Wie in Wimbledon gewinnt Novak Djokovic ein Spiel, in dem er lange wie der sichere Verlierer ausgesehen hatte. Mit Beharrlichkeit, mit Ausdauer, Präzision und der unvergleichlichen Unerbittlichkeit. Er spielt wie ein Kämpfer, ein Gladiator, im ständigen Krisen-Modus.

Seine mentale Stärke, sie ist unerreicht, gestählt durch seine Biografie. Sie hat ihn zum Besten der Gegenwart gemacht, der Epoche, wahrscheinlich sogar der Geschichte. Nach 3:59 Stunden verwandelt Djokovic seinen ersten Matchball zum 6:4, 4:6, 2:6, 3:6, 6:4. Er feiert seinen achten Titel bei den Australian Open, den 17. bei einem Grand-Slam-Turnier.

Djokovic gewann alle 13 Einzel in diesem Jahr. Er besiegte dabei mit Rafael Nadal, Roger Federer, Daniil Medwedew und Dominic Thiem die Nummern 1, 3, 4 und 5 der Welt. Und ist ab Montag wieder dort, wo er zweifellos hingehört – auf dem ersten Platz der Weltrangliste.

Hier können Sie das Spiel nachlesen:

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