Trauerflor-Debatte
Norwegerinnen starten mit Trauerflor und erhalten Rüge – nun Happy end greifbar

Beim 15 km Langlauf waren die Norwegerinnen mit Trauerflor angetreten, weil ein Bruder der Teamkollegin Astrid Jacobsen verstorben war. Das IOC hatte ihnen eine Rüge erteilt. Nun scheint IOC-Präsident Bach zu einer Änderung der Charta bereit zu sein.

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Norwegerinnen mit Trauerflor
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Die Norwegerin Marit Bjoergen gewinnt den 15km-Skiathlon mit Trauerflor am Oberarm.
Daraufhin erhalten die Norwegerinnen eine Rüge vom IOC, auf Basis der Regel 50.3 seiner Charta.
Doch nun scheint das IOC zu einer Regeländerung bereit zu sein.

Norwegerinnen mit Trauerflor

Keystone

IOC-Präsident Thomas Bach hat in der Trauerflor-Debatte Vertändnis für die norwegischen Langläuferinnen gezeigt und ist anscheinend zu einer Änderung der Olympischen Charta bereit. Das ist laut der norwegischen Tageszeitung Aftenposten das Ergebnis eines Treffens zwischen Bach und Inge Andersen, dem Generalsekretär des norwegischen Sportverbandes, am Montag.

"Er hat uns verstanden. Und wir haben ihn so verstanden, dass er uns zuhören und etwas ändern will", sagte Andersen der Zeitung. Das Treffen war bereits vor Aufflammen der Debatte nach dem 15 km Langlauf der Frauen anberaumt worden. Themen sollten die Jugendspiele 2016 in Lillehammer und die Bewerbung Oslos für die Winterspiele 2022 sein. Bach hat laut Andersen bei diesem Gespräch einen Besuch in Norwegen angekündigt.

Die Norwegerinnen waren am vergangenen Samstag nach dem Tod des Bruders ihrer Teamkollegin Astrid Jacobsen mit einem Trauerflor am Arm angetreten. Das IOC hatte den Norwegern daraufhin mit Verweis auf Regel 50.3 seiner Charta eine Rüge erteilt.

Das norwegische IOC-Mitglied Gerhard Heiberg glaubt nun, dass diese Regel in ihrer aktuellen Form nicht mehr zu halten ist. "Ich denke, dass wir da eine Lösung finden werden", sagte er über die Debatte - und zwar "dahingehend, dass das Regelwerk verändert wird."

Das IOC müsse "ein bisschen mehr Menschlichkeit zeigen", forderte der 74-Jährige in Aftenposten. Er habe in dieser Hinsicht auch schon einen Vorstoss innerhalb des IOC unternommen. Das Vorgehen seiner Funktionärskollegen nannte er "maximal unglücklich".