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Nino Schurter fährt dank frechem Angriff zu Gold - Flückiger wird Dritter

Freut sich über den Titel: Nino Schurter.

Freut sich über den Titel: Nino Schurter.

Nino Schurter ist erstmals Mountainbike-Europameister. Dank einem «frechen Move», wie er ihn selber bezeichnet. Mathias Flückiger holt Bronze, Filippo Colombo hat bei sich vor der Haustüre Platten-Pech.

Im Ziel stemmt Nino Schurter sein Bike in die Luft und lässt seiner Freude freien Lauf. Die Erleichterung ist Schurter anzusehen nach diesem Europameistertitel. Erleichterung, weil er zeigen konnte, dass er es eben immer noch kann. Auch in diesem verflixten Jahr 2020.

Die Mini-Saison ist Schurter bisher missglückt. Im Weltcup gab es die Ränge Drei und Vier, an der WM sogar nur den neunten Rang. Nun schlägt der 34-Jährige mit seinem Europameistertitel eindrücklich zurück. «Das Rennglück ist zurückgekehrt», bilanziert Nino Schurter im Ziel.« Diesmal ist der Start geglückt, und ich konnte von Beginn weg vorne fahren. Das gab ein gutes Gefühl für den Rest des Rennens.»

In die letzte Runde bog schliesslich Nino Schurter gemeinsam mit dem französischen Widersacher Titouan Carod ein. Carod griff an, überholte den Schweizer. Viele Beobachter sahen in Nino Schurter bereits der Verlierer. «Auch ich habe zwischenzeitlich nicht mehr ganz daran geglaubt», sagt Schurter. «Dann merkte ich aber, dass Carod ebenfalls kämpfen muss.» Mit einer frechen Angriffsaktion, als er in einer Kurve Carod innen überholt, enteilt Nino Schurter schliesslich seinem Konkurrenten. «Ich dachte schon vor dem Anstieg, dass ich es innen durch probieren könnte, falls er mir die Lücke offen lässt», so Schurter. «Es war ein bisschen ein frecher Move, aber den hat es gebraucht.»

Colombo mit Platte, Flückiger holt Bronze

Hatte Platten-Pech: Filippo Colombo.

Hatte Platten-Pech: Filippo Colombo.

Neben Nino Schurter fahren weitere Schweizer Fahrer stark. Die Tessiner Fans hoffen zunächst auf einen Exploit von Filippo Colombo, der nur vier Kilometer von der Strecke entfernt aufgewachsen ist. Doch plötzlich fällt er wegen eines platten Reifens aus der Spitzengruppe weg. Es ist bitter für Colombo, der aber sagt: «Es ist sehr schade. Aber manchmal läuft es halt so. Aber lieber so, als irgendwie ein zehnter Rang. So haben meine Nachbarn, das sind die Zuschauer hier ja fast, noch ein bisschen Spektakel erhalten.»

Ein erneutes Topresultat für Mathias Flückiger.

Ein erneutes Topresultat für Mathias Flückiger.

Dafür sorgte Mathias Flückiger erneut für einen Höhepunkt. Der Berner, der in der Vorwoche schon WM-Silber geholt hat, kann in der Schlussphase des Rennens nicht mehr mit Carod und Schurter mithalten, fährt aber souverän zu Bronze. «Ich habe eigentlich gedacht, dass noch ein bisschen mehr drin liegt körperlich. Aber ich konnte das Tempo nicht mehr mitgehen», so Flückiger. «Eigentlich hätte ich mir insgesamt noch mehr ausgerechnet in dieser Saison, aber ich denke zwei Medaillen an Meisterschaften sind gut.»

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