Am Morgen nach dem grossen Spiel überschlagen sich die Elogen. Genie Messi! Teuflisch! Phänomenal! So lauteten die Schlagzeilen. Überall auf  der Welt huldigen die am Fussball interessierten Menschen Lionel Messi, dem besten Spieler dieses Planeten. Oder sagen wir: dem zusammen mit Ronaldo besten. Denn immerhin hat der Portugiese in der Königsklasse noch 14 Tore mehr auf dem Konto. Doch so oder so: Wer am Mittwochabend Zeuge sein durfte, wie Messi zauberte, dürfte sich gefragt haben: Ist dieser Kerl denn wirklich von dieser Welt?

So adeln die grössten Zeitungen Lionel Messi

Mit zwei Toren, einem Abstauber und einem brillanten Freistoss aus 25 Metern, hatte der 31-jährige Argentinier den FC Barcelona im Halbfinal-Hinspiel der Champions League zu einem 3:0-Sieg über den FC Liverpool geführt. «Unaufhaltsam», so beschrieb Jürgen Klopp, der Trainer der Reds, hinterher mit einem Wort die Vorstellung des Barça-Captains. Mehrheitlich entzückte 100'000 Zuschauer feierten den Superstar und dessen 600. Pflichtspieltor für seinen Verein; das 112. in der Champions League. Kurioserweise auf den Tag genau 14 Jahre nach seinem allerersten Treffer am 1. Mai 2005 in einem Meisterschaftsspiel gegen Albacete.

Messis erstes Tor, am 1. Mai 2004:

Schon Lionel Messis erstes Tor am 1. Mai 2005 war eine Augenweide

Und 14 Jahre später Nummer 600: 

Unglaublich, wie Messi diesen Ball reingezaubert hat

Man kann es nicht oft genug sehen, Messis 600. Tor

Einmal muss es noch erlaubt sein, wir verneigen uns vor Lionel Messi

Der Messi-Code – alles zu seinen 600 Toren 

So hat Messi seine Tore erzielt

In welcher Saison Messi wie viele Tore erzielt hat

Gegen wen Messi seine Tore erzielt hat

Valverde: «Wir haben den Besten der Welt»
«Wir sind glücklich über den Sieg, aber wir sind noch nicht im Final. Schade, haben wir nicht noch das vierte Tor erzielt. Dass ich mit meinem Freistoss genau ins Lattenkreuz getroffen habe, war auch etwas Glück», sagte Messi. Der fünfmalige Weltfussballer hatte schon ein paar Tage zuvor einen Rekord aufgestellt, als er mit dem FC Barcelona als erstem Spieler zum zehnten Mal Meister geworden war. Trainer Ernesto Valverde sagte: «Es gibt viele Teams, die spielentscheidende Leute haben. Aber wir haben den Besten der Welt. Er erscheint immer am richtigen Ort zur richtigen Zeit.»

Viele Fussballfans können etwas über Messi erzählen, erinnern sich an ein spezielles Tor, eine wunderbare Aktion oder einen brutalen Stich ins Herz.  Wie die Schweizer bei der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien, als im Achtelfinal in Sao Paulo in der Verlängerung noch zwei Minuten zu spielen sind, Messi plötzlich den Turbo zündet, mit dem Ball am Fuss bis zum Schweizer Strafraum sprintet und dann mit Übersicht Angel Di Maria anspielt, der für die Argentinier den Siegtreffer erzielt.

Das Messi-Quiz

Alle können etwas über Messi erzählen. Doch wie sattelfest sind die Fans, wenn es um Fakten geht? Der FC Barcelona hat auf seiner Website das 600. Tor Messis für den FC Barcelona zum Anlass genommen, ihr Wissen mit zehn Fragen auf die Probe zu stellen. Immerhin darf man aus drei möglichen Antworten auswählen. Drei Beispiele gefällig?

Wie viele Tore hat Messi  in seinem Rekordkalenderjahr geschossen?

Antwort: 2012 traf er 91 Mal.

Wie viele Tore erzielte er mit einem Freistoss?

Antwort: 42.

Wie viele Tore schoss er, als er noch nicht die Nummer 10 auf dem Rücken trug, sondern die 19?

Antwort: 41 zwischen 2006 und 2008.

Es braucht niemand enttäuscht zu sein, wenn er nicht alles weiss. Immerhin dauert die einzigartige Karriere des Wunderknaben aus Rosario nun schon ein paar Jährchen. Um genau zu sein: Seit seinem Debüt als 17-Jähriger in der ersten Mannschaft des FC Barcelona am 16. Oktober 2004 sind 5311 Tage, also 14 Jahre und 198 Tage, verstrichen.

Wie alles angefangen hat

Messis Stern ging dann im Folgejahr bei der U20-WM in Holland so richtig auf, als er Argentinien als besten Torschütze und besten Spieler zum Weltmeistertitel führte  und daraufhin euphorisch mit Diego Armando Maradona verglichen wurde. Im Gegensatz zu  vielen Jungstars, die nach einem grossen Erfolg wie Sternschnuppen im All verglühten, startete Messi eine Laufbahn, die nichts anderes als atemberaubend ist. Mit 14 Jahren aus Argentinien zum FC Barcelona gekommen, ist er seinem Klub stets treu geblieben und passt so gar nicht in die heutige Zeit.

Es herrschte aber nicht immer nur eitel Sonnenschein. In der Nationalmannschaft konnte Messi nur selten an die grossartigen Vorstellungen beim FC Barcelona anknüpfen. Ja, bei der WM 2018 wurde ihm aufgrund der Statistiken gar vorgeworfen, zu den lauffaulsten Spielern des Turniers zu zählen. Und in Spanien standen er und sein Management immer wieder im Fadenkreuz des Fiskus wegen Steuerhinterziehungen.

Aber: Im Camp Nou, dem Heimstadion des FC Barcelona, war er eigentlich immer gut, wie überhaupt im Barça-Trikot. Natürlich, sein Spitzname «La Pulga» (der Floh) ist wegen seiner eher schmächtigen Statur mit einer Körpergrösse von knapp über 1,70 Metern nicht unangemessen, doch eigentlich wäre es nun an der Zeit, Messi in «El Gigante» (der Riese) umzutaufen.

Die Welt verneigt sich vor Messi – die Reaktionen auf sein 600. Tor

Teamkollegen und Konkurrenten:

Die TV-Kommentatoren:

Rio Ferdinand und Gary Lineker ticken komplett aus

Lineker und Ferdinand sind nicht die einzigen, die um Fassung ringen