Heute Morgen bittet Sami Hyypiä die Spieler des FC Zürich zum ersten Training. Der Umzug seiner Familie von England nach Finnland ist so weit abgeschlossen, dass seine Frau die Unterstützung des neuen FCZ-Trainers nicht mehr braucht und Hyppiä sich ganz seinem Job widmen kann.

An Arbeit, das hat er gestern an der Seite von Präsident Ancillo Canepa vor Ort im St. Jakob-Park gesehen, mangelt es nicht. «Ich habe einen kämpferischen FCZ gesehen und auch, dass in dieser Mannschaft viel Potenzial steckt», sagte Hyypiä nach der 1:3-Niederlage gegen den FCB. «Es ist mein Job, dieses abzurufen. Wir werden in den nächsten zwei Wochen nun daran arbeiten, dass wir kompakt stehen und es dem Gegner schwerer machen, ein Tor zu erzielen», sagte der Finne. «Aber klar, wenn wir den Ball besitzen, müssen wir auch immer das Ziel haben, ein Tor zu erzielen. Ich habe schon ein paar Ideen, wie wir dies umsetzen können und in zwei Wochen dann für das Spiel gegen den FC Thun bereit sind.»

Ein Spiel im Tabellenkeller

Für eine Partie zwischen zwei Mannschaften, die sich in der letzten Saison noch um einen Europacupplatz stritten, nun aber in der achten Runde der Super League ein Duell zwischen dem Tabellenletzten (FCZ) und dem Drittletzten (Thun) austragen. «In den kommenden Tagen schaue ich besser nicht auf die Rangliste», sagte Oliver Buff.

Der FCZ-Aufbauer sagte, seine Mannschaft habe in der ersten Halbzeit ganz passabel gespielt, dann aber wieder blöde Tore bekommen. «Es fehlt uns nicht an den spielerischen Fähigkeiten», sagte Buff, «aber allmählich am Selbstvertrauen.»

Wo muss denn seiner Meinung nach der neue Trainer den Hebel ansetzen, um den FCZ in höhere Tabellenregionen zu führen? «Wenn ich das wüsste, wäre ich der Trainer», sagte Buff. «Nein, ich denke, Hyypiä muss jetzt vor allem im mentalen Bereich arbeiten, damit wir endlich nicht mehr diese vermeidbaren Gegentore kassieren.» Zu den Spielunterbrüchen wolle er sich nicht äussern, sagte Buff.

Stimmen zum Spielabbruch

Captain Alain Nef aber schon. Allerdings war er noch sehr von seinen Emotionen geleitet, als er zuerst von einem «lächerlichen Penaltyentscheid» sprach, nachdem er fünf Minuten vor dem Ende nach Ansicht von Schiedsrichter Nikolaj Hänni den Basler Marc Janko gefoult hatte.

Doch Nef war vor allem deswegen schlecht auf Hänni zu sprechen, weil dieser «wegen zweier Feuerzeuge» das Spiel zweimal unterbrochen hatte. «Hey, das ist FCB gegen FCZ, da passieren halt solche Dinge. Mehr provozieren geht doch nicht», schnaubte Nef und verschwand in der Kabine. Er hatte damit nicht die Fans, sondern den Schiedsrichter gemeint.

Weit besserer Stimmung war Luca Zuffi nach dem siebten Basler Sieg im siebten Meisterschaftsspiel. «So kann es weitergehen», sagte der Mittelfeldspieler, «aber jetzt bin ich erst einmal froh, gibt es die Natipause und die Gelegenheit, ein bisschen durchzuatmen. «Es war nicht einfach, uns nach der Enttäuschung vom Dienstag in Tel Aviv auf die Partie gegen den FCZ einzustellen – aber es ist uns gelungen. Allerdings hätten wir den Sack früher zumachen müssen.»