Nationale Leichtathletik-Titelkämpfe
Ein Meistertitel geht in den Kanton Aargau

Der junge Hammerwerfer Lukas Baroke aus Gränichen holt erstmals Gold bei der Elite. Auch andere Aargauer Talente zeigen an der SM in Langenthal ihr grosses Potenzial auf.

Rainer Sommerhalder
Merken
Drucken
Teilen
Der neue Meister Lukas Baroke aus Gränichen vertrat die Schweiz an der Team-EM vor einer Woche im Hammerwerfen.

Der neue Meister Lukas Baroke aus Gränichen vertrat die Schweiz an der Team-EM vor einer Woche im Hammerwerfen.

Ulf Schiller / KEYSTONE

Die Aargauer Leichtathletinnen und Leichtathleten sorgten an den nationalen Meisterschaften in Langenthal für mehrere Highlights. Vor allem die junge Generation wusste zu überzeugen. Allen voran der Gränicher Lukas Baroke. Der 20-Jährige schleuderte den Hammer mit seinem letzten Versuch auf die Meisterweite von 59,64 Meter. Damit verpasste er die persönliche Bestleistung lediglich um 35 Zentimeter. Zwar haderte Baroke ein wenig damit, dass er die 60-Meter-Marke verfehlte. Bald aber überwog beim angehenden Informatiker die Freude über den ersten Outdoor-Titel bei der Elite.

Silvan Wicki schlägt erstmals in einem Rennen Alex Wilson über 100 m.

Silvan Wicki schlägt erstmals in einem Rennen Alex Wilson über 100 m.

Marcel Bieri / KEYSTONE

Dank Sprinter Silvan Wicki feierte der BTV Aarau einen zweiten Meistertitel. Der Basler in Aarauer Diensten gewann über 100 m erstmals im Direktduell mit Alex Wilson. Er hofft nun, dass er sich über das World Ranking vielleicht sogar noch für die Olympischen Spiele in Tokio qualifiziert.

Ihren Titel nicht verteidigen konnte die Freiämterin Serena Raffi im Dreisprung der Frauen. Lag es vielleicht daran, dass die begnadete Flötistin am Vorabend noch einen grossen internationalen Konzertauftritt in Boswil hatte? Auf jeden Fall landete die 28-Jährige mit einer Weite von 12,12 m auf Platz drei.

Ebenfalls Dritte wurde die 19-jährige 800-m-Läuferin Valentina Rosamilia aus Hunzenschwil. Für sie bedeutete die erste Meisterschaftsmedaille bei der Elite allerdings einen grossen Erfolg. Hinter der überlegenen Meisterin Lore Hoffmann lieferte sich Rosamilia einen grossen Fight mit zwei weiteren Ausnahmetalente, mit der 22-jährigen Bernerin Delia Sclabas und der erst 18-jährigen Westschweizerin Audrey Werro. Am Schluss entschieden die Hundertstelsekunden: Silber für Werro, Bronze für Rosamilia und Tränen für Sclabas.

Zwei Ausnahmetalente im direkten Duell: Die 18-jährige Westschweizerin Audrey Werro (links) und die Aargauerin Valentina Rosamilia.

Zwei Ausnahmetalente im direkten Duell: Die 18-jährige Westschweizerin Audrey Werro (links) und die Aargauerin Valentina Rosamilia.

Marcel Bieri / KEYSTONE

«Ich wollte unbedingt eine Medaille gewinnen», sagte die Athletin des BTV Aarau zu ihrer Willensleistung. Sie sah auf der Zielgeraden eine Lücke auf der Innenbahn und zwängte sich wortwörtlich dort bis zur Ziellinie durch. Mit ihrer Zeit von 2:02,92 bestätigte sie die grossen Fortschritte der vergangenen Wochen. Nun warten die internationalen Bewährungsproben Mitte Juli an der U20-EM in Estland und – wenn Corona nicht noch einen Strich durch die Rechnung macht – die U20-WM im August in Kenia.

Über die gleiche Distanz wie Valentina Rosamilia gewann auch bei den Männern ein Aargauer Bronze. Der erst 20-jährige Lukas Kauflin aus Strengelbach zog 150 Meter vor dem Ziel den Schlussspurt mutig an und musste sich erst auf der Zielgeraden noch überspurten lassen. Kauflin vom TV Zofingen, der vor wenigen Jahren vom Fussball zur Leichtathletik wechselte, wird wie Delia Sclabas vom Aargauer Peter Mathys trainiert.

Ein knappes Duell um den Meistertitel über 800 m mit dem drittplatzierten Aargauer Lukas Kauflin (rechts).

Ein knappes Duell um den Meistertitel über 800 m mit dem drittplatzierten Aargauer Lukas Kauflin (rechts).

Andy Mueller / freshfocus