National League
National-League-Playoffs stehen fest: Zug als Strafaufgabe für den ZSC

50 Runden der National League sind absolviert, nun stehent die Playoff-Viertelfinal-Paarungen der fest – am kommenden Samstag geht es los. Eine Einschätzung von unserem Sportredaktor Marcel Kuchta.

Marcel Kuchta
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Ein symbolträchtiges Bild: ZSC-Lions-Stürmer Chris Baltisberger landete mit seinem Team auf dem Boden der Tatsachen.

Ein symbolträchtiges Bild: ZSC-Lions-Stürmer Chris Baltisberger landete mit seinem Team auf dem Boden der Tatsachen.

Keystone

SC Bern (1.) - Servette Genf (8.)

Die Begegnungen der Qualifikation: 1:2; 3:2 n.P.; 3:4 n.V.; 3:2 n.V.; 3:2; 3:4 n.P.

Die bisherigen Playoff-Serien: 2003 Viertelfinal 4:2-Siege. 2004 Halbfinal 4:1. 2007 Viertelfinal 4:1. 2010 Final 4:3. 2013 Viertelfinal 4:3.

Fazit: Sämtliche Direktbegegnungen in der Qualifikation waren hart umkämpft und endeten allesamt mit einem Tor Unterschied und viermal nach Verlängerung oder Penaltyschiessen. Die Differenz zwischen dem Qualisieger und dem Achten ist also wesentlich kleiner als die 31 Punkte in der Tabelle. Klar ist: Servette Genf kann ein sehr, sehr unangenehmer Gegner sein. Aber damit die Romands gegen die Berner, gegen die sie noch nie eine Playoff-Serie gewonnen haben, eine reelle Chance haben, muss bei ihnen alles zusammen passen, und beim Favoriten wenig bis gar nichts. Kaum vorstellbar, dass es so weit kommt. Selbst wenn die Playoffs bekanntlich ja ihre eigenen Gesetze haben.

Tipp: Der SC Bern zieht mit 4:1-Siegen in die Halbfinals ein.

EV Zug (2.) - ZSC Lions (7.)

Die Begegnungen der Qualifikation: 3:7; 4:3 n.P.; 3:2; 3:1.

Die bisherigen Playoff-Serien: 1995 Viertelfinal 3:2-Siege. 2000 Halbfinal 0:4. 2005 Halbfinal 1:4. 2010 Viertelfinal 4:3. 2012 Halbfinal 0:4.

Fazit: Zwei Mannschaften, die vor dem Saisonstart zum erweiterten Kreis der Titelanwärter gehörten, treffen also bereits im Viertelfinal aufeinander. Für die ZSC Lions ist der starke Gegner Zug die gerechte Strafe für eine ungenügende Qualifikation, welche letztlich auf dem enttäuschenden siebten Platz abgeschlossen wurde. Der EVZ überstand die erste Meisterschaftsphase ohne gravierende Krisen und bestach vor allem durch seine Konstanz. Für die Zürcher werden die Innerschweizer eine echte Knacknuss darstellen. Zumal die Mannschaft von Trainer Hans Kossmann zuletzt nur wenige Argumente lieferten, die für eine erfolgreiche Playoff-Kampagne sprechen – Talent hin oder her.

Tipp: Der EV Zug zieht mit 4:1-Siegen in die Halbfinals ein.

EHC Biel (3.) - HC Davos (6.)

Die Begegnungen der Qualifikation: 2:3; 2:3; 2:3; 5:1.

Die bisherigen Playoff-Serien: Noch keine.

Fazit: Wer hätte das gedacht? Nicht der grosse HC Davos hat in der ersten Playoff-Runde gegen den EHC Biel Heimrecht, sondern die Seeländer. Erstmals seit dem Wiederaufstieg in die NLA vor zehn Jahren gehen die Bieler auf dem Papier also nicht als Aussenseiter in eine Playoff-Serie. Blickt man auf die Formkurve der beiden Kontrahenten in den letzten Wochen, dann bestehen eigentlich kaum Zweifel, wer aus diesem Duell, welches es noch nie in der Playoff-Ära (seit 1986) gegeben hat, als Sieger hervorgeht. Die Bieler haben zwar drei von vier Quali-Duellen gegen den HCD verloren. Aber unter Trainer Antti Törmänen traten sie zuletzt durchs Band überzeugend auf. Im Gegensatz zum Rekordmeister, der händeringend nach Konstanz und vor allem seiner Form sucht.

Tipp: Die EHC Biel zieht mit 4:2-Siegen in die Halbfinals ein.

Lugano (4.) - Fribourg-Gottéron (5.)

Die Begegnungen der Qualifikation: 4:1, 2:4, 8:2, 2:3.

Die bisherigen Playoff-Serien: 1989 Viertelfinal 2:0-Siege. 2000 Viertelfinal 4:0. 2001 Viertelfinal 4:1. 2004 Viertelfinal 4:0. 2012 Viertelfinal 2:4.

Fazit: Eine völlig offene Ausgangslage. Auf der einen Seite die Luganesi, welche mit einem 5:0-Sieg gegen Davos zum Abschluss der Qualifikation noch einmal Selbstvertrauen gesammelt haben – trotz des bitteren Verlusts der Stammspieler Damien Brunner, Dario Bürgler und Alessandro Chiesa. Auf der anderen Seite das Überraschungsteam Fribourg, welchem vor der Saison nicht viel Kredit gegeben wurde. Die angeschlagenen Luganesi gegen die euphorisierten Freiburger, welchen die Playoff-Qualifikation nur von wenigen Experten zugetraut worden war. Und es könnte noch besser kommen für das Team von Trainer Mark French: Der HC Lugano liegt absolut in Reichweite für Gottéron.

Tipp: Fribourg zieht mit 4:2-Siegen in die Halbfinals ein.