Australian Open
Nadal über den Traumfinal: «Ich kann nicht lügen, gegen Roger ist es schon speziell»

Der Traumfinal am Australian Open ist perfekt: Roger Federer spielt am Sonntag gegen Rafael Nadal um seinen 18. Grand-Slam-Titel. Der Spanier gewann eine dramatische und hochstehende Partie gegen Grigor Dimitrov.

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Rafael Nadal gewann gegen den Bulgaren in 4:56 Stunden 6:3, 5:7, 7:6 (7:5), 6:7 (4:7), 6:4.

Rafael Nadal gewann gegen den Bulgaren in 4:56 Stunden 6:3, 5:7, 7:6 (7:5), 6:7 (4:7), 6:4.

EPA

24 Stunden, nachdem Federer das Schweizer Duell gegen Stan Wawrinka in fünf Sätzen gewonnen hatte, zog Nadal gegen Dimitrov ebenfalls über die Maximaldistanz nach. Der Spanier gewann gegen den Bulgaren in 4:56 Stunden 6:3, 5:7, 7:6 (7:5), 6:7 (4:7), 6:4. Damit gingen erstmals seit 2002 beide Männer-Halbfinals über fünf Sätze – mit Happy End: Am Sonntag kommt es um 9.30 Uhr Schweizer Zeit zum Traumfinal Federer gegen Nadal.

«Es ist schwierig, meine Emotionen zu beschreiben», sagt Nadal nach getaner Arbeit. «Momentan bin ich einfach nur müde.» Etwas später fand der 14-fache Grand-Slam-Sieger doch noch Worte zum Duell mit Federer. «Ich kann nicht lügen, gegen Roger nochmals in einem Grand-Slam-Final zu stehen, ist schon speziell. Ich freue mich für ihn und für mich. Dass wir so unterschiedlich spielen, macht die Affiche wohl besonders reizvoll. Aber erstmal muss ich jetzt dringend ins Bett», so der Spanier.

Das Platzinterview mit Jim Courier

Nadal hatte gegen Dimitrov bärenstark begonnen und im ersten Satz so gut gespielt wie noch nie an diesem Turnier, doch der Bulgare liess sich nie abschütteln. Die ehemalige Weltnummer 1 dominierte zunächst mit druckvollen Grundschlägen und einem effizienten Aufschlag. Der 30-jährige Mallorquiner, der seinen zweiten Australian-Open-Titel nach 2009 anstrebt, konnte das hohe Niveau jedoch nicht ganz halten. Dimitrov kam ab dem zweiten Satz besser ins Spiel. Die ersten beiden Breaks konnte er noch nicht bestätigen, nachdem er die ersten vier Satzbälle vergeben hatte, nutzte er aber seine Chance zum Satzausgleich.

In dieser Phase war Nadal wie bereits zuvor im Turnier oft zu kurz mit der Vorhand und beging auch einige Fehler zu viel. Dafür funktionierte die Rückhand über weite Strecken hervorragend. Allerdings machte es ihm Dimitrov auch ungemein schwer. Der 25-jährige Bulgare agierte druckvoll und punktete je länger je mehr mit seiner einhändigen Rückhand entlang der Linie.

Die Rafa-Fans mussten bis ganz zum Schluss zittern.

Die Rafa-Fans mussten bis ganz zum Schluss zittern.

EPA

In den Sätzen 3 und 4 hatten beide Spieler ihre Chancen, folgerichtig teilten sie sich auch die beiden Tiebreaks. Im fünften Durchgang – inzwischen weit nach Mitternacht Lokalzeit – konnten Nadal und Dimitrov ihr Niveau noch einmal erhöhen. Beide hatten Breakmöglichkeiten, doch der Spanier nutzte seine dritte zum 5:4 mit einem Rückhand-Winner.

Im folgenden Game wehrte der grandios kämpfende Bulgare noch zwei Matchbälle ab, ehe ihm beim dritten eine Rückhand zu lang geriet. Nadal liess sich bäuchlings auf den Boden fallen und genoss seine erste Finalqualifikation an einem Grand-Slam-Turnier seit dem French Open 2014.

Nadal bleibt Federers Angstgegner

Federer und Nadal sind nach Verletzungspausen zwar nur noch die Nummern 17 respektive 9 der Welt, sie sind sich aber schon in acht Grand-Slam-Finals gegenübergestanden. Federer gewann zwei davon (Wimbledon 2006 und 2007), Nadal sechs (French Open 2006, 2007, 2008 und 2011, Wimbledon 2008 und Australian Open 2009). Nur einer der acht Finals wurde in drei Sätzen entschieden, drei gingen sogar über die Maximaldistanz von fünf Sätzen.

Beim Turnier der Oldies ist Nadal mit seinen 30 Jahren hinter Venus (36) und Serena Williams (35) sowie Federer (35) mit Abstand der Benjamin der vier Finalisten. (pre/sda)

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