Mit 17 Grand-Slam-Titeln gehört Rafael Nadal zu den erfolgreichsten Spielern der Geschichte. Entsprechend hat sein Wort Gewicht. Doch zum Fall um den inzwischen aus dem ATP-Vorstand zurückgetretenen Justin Gimelstob verweigerte der Spanier in der Vorwoche eine Stellungnahme. Nadal begründete das mit der Haltung, die Stan Wawrinka in einem offenen Brief kritisiert hatte: «Es ist nicht positiv für das Tennis und nicht mein Job, darüber zu reden.» Es sei nicht seine Aufgabe, Druck auszuüben. Mit dem Rücktritt Gimelstobs habe sich der Fall erledigt. Nadal: «Aus meiner Sicht ist alles ideal gelaufen.»

Gimelstob hatte im Oktober 2018 einen Bekannten seiner ehemaligen Frau auf offener Strasse attackiert. Die Frau des Opfers erlitt später als Folge des erlittenen Traumas eine Fehlgeburt. Gimelstob wurde Ende April zu drei Jahren Haft auf Bewährung, 60 Tagen gemeinnütziger Arbeit und einer Therapie zur Aggressionsbewältigung verurteilt. Wawrinka hatte geschrieben, es sei beschämend und alarmierend, wie lange im Tennis involvierte Menschen zum Fall geschwiegen hätten, denn: «Wer in solchen Situationen schweigt, macht sich zum Komplizen.»

Grosser Sieg für Bencic

Nach seinem 6:2, 6:3 gegen den Franzosen Pierre-Hugues Herbert (28, ATP 41) in Madrid sagte Wawrinka, er habe viele positive Rückmeldungen erhalten, «und jene, die es nicht gut fanden, werden nicht zu mir kommen». Bereits am Samstag hatte er das Gespräch mit Novak Djokovic gesucht, dem Vorsitzenden des Spielerrats. «Es war wichtig, dass wir miteinander gesprochen haben. Es ist alles gut.» Wawrinkas nächster Gegner in Madrid ist der Argentinier Guido Pella (28, ATP 26). Es ist das erste Duell mit dem Linkshänder.

Der Turbulenzen im Männer-Zirkus wegen verkam der grosse Sieg von Belinda Bencic fast zur Randnotiz. Die 22-Jährige bezwang mit der Russin Swetlana Kusnezowa die French-Open-Siegerin von 2009. «Auf diesen Sieg bin ich sehr stolz», sagte Bencic, die in den Achtelfinals auf die Ukrainerin Kateryna Kozlova (25, WTA 85) trifft. Bencic hat in diesem Jahr nun bereits 24 Siege feiern können. Nur zwei Spielerinnen kommen auf mehr Erfolge als Bencic. 2018 war die Ostschweizerin im ganzen Jahr auf 27 Siege gekommen.