Swiss Indoors
Nach Vertragsverlängerung mit Roger Federer rücken andere Traktanden in den Vordergrund

Seit Dienstag steht fest: Roger Federer verlängert seinen Vertrag mit den Swiss Indoors Basel um drei Jahre. Somit hat das Traditionsturnier die brisanteste Personalie geregelt. Nun rücken andere Traktanden in den Vordergrund.

Simon Häring
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Die zwei Tenniskönige von Basel: Swiss-Indoors-Direktor Roger Brennwald (links) und sein Aushängeschild Roger Federer.

Die zwei Tenniskönige von Basel: Swiss-Indoors-Direktor Roger Brennwald (links) und sein Aushängeschild Roger Federer.

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Von einem Coup ist die Rede, oder von einem Rentenvertrag, der die Swiss Indoors Basel auch in den nächsten Jahren zu einem Premium-Anlass mache. Roger Federer (35), aufgewachsen in Gehdistanz zur St. Jakobs-Halle, dort einst Balljunge und heute der erfolgreichste Spieler der Geschichte, hat sich vertraglich bis 2019 zur Teilnahme an seinem Heimturnier verpflichtet.

Weil es in der Vergangenheit im Zuge schleppender Verhandlungen um eine neue Vereinbarung auch schon zu einem monatelangen offenen Zwist, verletzten Eitelkeiten und gegenseitigen Beschuldigungen zwischen Turnierdirektor Roger Brennwald und Management Federers gekommen war, das für alle Beteiligten schädlich war, wird die Vereinbarung nun als Erfolg taxiert.

Brennwald: «Ein Glücksfall»

«Ein Glücksfall», sagt Turnierdirektor Roger Brennwald (70) mit gewohntem Pathos, obwohl Federer, mit sieben Titeln Rekordsieger, in der Vergangenheit auch schon ohne eine vertragliche Vereinbarung in Basel angetreten ist. «Für Basel tönt diese Nachricht vielleicht selbstverständlich, aber niemand auf der ATP-Tour kann derzeit Ähnliches vermelden», unterstreicht Brennwald.

Das sind alle Turniersiege von Roger Federer:

94. Titel, Shanghai 2017 Rafael Nadal, 6:4, 6:3.
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93. Titel, Wimbledon 2017 Marin Cilic, 6:3, 6:1, 6:4
92. Titel, Halle 2017 Alexander Zverev, 6:1, 6:3
91. Titel, Miami 2017 Rafael Nadal, 6:3, 6:4
90. Titel, Indian Wells 2017 Stan Wawrinka, 6:4, 7:5.
89. Titel, Australian Open 2017 Rafael Nadal, 6:4, 3:6, 6:1, 3:6, 6:3.
88. Titel, Basel 2015 Rafael Nadal, 6:3, 5:7, 6:3.
87. Titel, Cincinnati 2015 Novak Djokovic, 7:6 (7:1), 6:3.
86. Titel, Halle 2015 Andreas Seppi, 7:6 (7:1), 6:4
85. Titel, Istanbul 2015 Pablo Cuevas, 6:3, 7:6 (13:11)
84. Titel, Dubai 2015 Novak Djokovic, 6:3, 7:5.
83. Titel, Brisbane 2015 Milos Raonic, 6:4, 7:6, 6:4. - Es war Federers 1000. ATP-Karriere-Sieg.
82. Titel, Basel 2014 David Goffin, 6:2, 6:2.
81. Titel, Schanghai 2014 Gilles Simon, 7:6 (8:6), 7:6 (7:2)
80. Titel, Cincinnati 2014 David Ferrer, 6:3, 1:6, 6:2.
79. Titel, Halle 2014 Alejandro Falla, 7:6, 7:6
78. Titel, Dubai 2014 Tomas Berdych, 3:6, 6:4, 6:3.
77. Titel, Halle 2013 Michail Juschni, 6:7 (5:7), 6:3, 6:4.
76. Titel, Cincinnati 2012 Novak Djokovic, 6:0, 7:6 (9:7)
75. Titel, Wimbledon 2012 Andy Murray 4:6, 7:5, 6:3, 6:4
74. Titel, Madrid 2012 Tomas Berdych 3:6, 7:5, 7:5.
73. Titel, Indian Wells 2012 John Isner, 7:6, 6:3.
72. Titel, Dubai 2012 Andy Murray, 7:5 6:4.
71. Titel, Rotterdam 2012 Juan Martin Del Potro, 6:1, 6:4.
Federer feiert 2011 an den ATP World Tour Finals in London den 70. Titel im 100. Final Jo-Wilfried Tsonga, 6:3, 6:7, 6:3
69. Titel in Paris-Bercy Jo-Wilfried Tsonga, 6:1, 7:6
68. Titel in Basel 2011 Kei Nishikori, 6:1, 6:3
67. Titel in Doha 2011 Nikolay Davydenko, 6:3, 6:4
66. Titel an den World Tour Finals in London 2010 Rafael Nadal, 6:3, 3:6, 6:1
65. Titel in Basel 2010 Novak Djokovic, 6:4, 3:6, 6:1
64. Titel in Stockholm 2010 Florian Mayer, 6:4, 6:3
63. Titel in Cincinnati 2010 Mardy Fish, 6:7, 7:6, 6:4
62. Titel: Federer gewinnt die Australian Open 2010 Andy Murray, 6:3, 6:4, 7:6
61. Titel in Cincinnati 2009 Novak Djokovic, 6:1, 7:5
60. Titel: Wimbledon 2010 Andy Roddick, 5:7, 7:6, 7:6, 3:6, 16:14
59. Titel: Ein emotionaler Titel! Federer gewinnt 2009 endlich die French Open in Paris Robin Söderling, 6:1, 7:6, 6:4
58. Final in Madrid 2009 Rafael Nadal, 6:4, 6:4
57. Final in Basel 2008 David Nalbandian, 6:3, 6:4
56. Titel: Federer gewinnt die US Open 2008 Andy Murray, 6:2, 7:5, 6:2
55. Titel in Halle 2008 Halle. Philipp Kohlschreiber, 6:3, 6:4
54. Titel in Estoril 2008 Nikolay Davydenk0, 7:6, 1:2 (w.o.)
53. Titel in Schanghai 2007 David Ferrer, 6:2, 6:3, 6:2
52. Titel in Basel 2007 Jarkko Nieminen, 6:3, 6:4
51. Titel: US Open-Sieg 2007 Novak Djokovic, 7:6, 7:6, 6:4
50. Titel in Cincinnati 2007 James Blake, 6:1, 6:4
49. Titel: Skpektakulärer Wimbledon-Triumph 2007 Rafael Nadal, 7:6, 4:6, 7:6, 2:6, 6:2
48. Titel in Hamburg 2007 Rafael Nadal, 2:6, 6:2, 6:0
47. Titel in Dubai 2007 Mikhail Juschni, 6:4, 6:3
46. Titel: Federers Sieg an den Australian Open 2007 Fernando Gonzalez, 7:6, 6:4, 6:4
45. Titel in Schanghai 2006 James Blake, 6:0, 6:3, 6:4
44. Titel in Basel 2006 Fernando Gonzalez, 6:3, 6:2, 7:6.
43. Titel in Madrid 2006 Fernando Gonzalez, 7:5, 6:1, 6:0
42. Titel in Tokio 2006 Tim Henman, 6:3, 6:3
41. Titel: Federer gewinnt 2006 auch die US Open Andy Roddick, 6:2, 4:6, 7:5, 6:1
40. Titel in Toronto 2006 Richard Gasquet, 2:6, 6:3, 6:2
39. Titel, Federer gewinnt 2006 Wimbledon Rafael Nadal, 6:0, 7:6, 6:7, 6:3
38. Titel in Hamburg 2006 Tomas Berdych, 6:0, 6:7, 6:2
37. Titel in Miami 2006 Ivan Ljubicic, 7:6, 7:6, 7:6
36. Titel in Indian Wells 2006 James Blake, 7:5, 6:3, 6:0
35. Titel: Ein emotionaler Titel: Federer gewinnt 2006 die Australian Open Marcos Baghdatis, 5:7, 7:5, 6:0, 6:2
34. Titel in Doha 2006 Gaël Monfils, 6:3, 7:5
33. Titel in Bangkok 2005 Andy Murray, 6:3, 7:5
32. Titel: Federer gewinnt 2005 die US Open Andre Agassi, 6:3, 2:6, 7:6, 6:1
31. Titel in Cincinnati 2005 Andy Roddick, 6:3, 7:5
Federer gewinnt Wimbledon 2005, sein 30. Titel Andy Roddick, 6:2, 7:6, 6:4
29. Titel in Halle 2005 Marat Safin, 6:4, 6:7, 6:4
28. Titel in Hamburg 2005 Richard Gasquet, 6:3, 7:5, 7:6
27. Titel in Miami 2005 Rafael Nadal, 2:6, 6:7, 7:6, 6:3, 6:1
26. Titel in Indian Wells 2005 Lleyton Hewitt, 6:2, 6:4, 6:4
25. Titel in Dubai 2005 Ivan Ljubicic, 6:1, 6:7, 6:3
24. Titel in Rotterdam 2005 Ivan Ljubicic, 5:7, 7:5, 7:6
23. Titel in Doha 2005 Ivan Ljubicic, 6:3, 6:1
22. Titel in Houston 2004 Lleyton Hewitt, 6:3, 6:2
21. Titel in Bangkok 2004 Andy Roddick, 6:4, 6:0
Federer gewinnt zum ersten Mal die US Open, sein insgesamt 20. Titel Lleyton Hewitt, 6:0, 7:6, 6:0
19. Titel in Toronto 2004 Andy Roddick, 7:5, 6:3
18. Titel in Gstaad 2004 Igor Andrejev, 6:2, 6:3, 5:7, 6:3
Der zweite Wimbledon-Titel 2004: Sein insgesamt 17. Titel Andy Roddick, 4:6, 7:5, 7:6, 6:4
16. Titel in Halle 2004 Mardy Fish, 6:0, 6:3
15. Titel in Hamburg 2004 Guillermo Coria, 4:6, 6:4, 6:2, 6:3
14. Titel in Indian Wells 2004 Tim Henman, 6:3, 6:3
13. Titel in Dubai 2004 Feliciano Lopez, 4:6, 6:1, 6:2
Der erste Autralian Open-Sieg: Jahr 2004, sein 12. Titel Marat Safin, 7:6, 6:4, 6:2
11. Titel in Houston 2003 Andre Agassi, 6:3, 6:0, 6:4
10. Titel in Wien 2003 Carlos Moya, 6:3, 6:3, 6:3
Federers erster Grand Slam-Sieg: Wimbledon 2003 Mark Philippoussis, 7:6, 6:2, 7:6
8. Titel in Halle 2003 Nicolas Kiefer, 6:1, 6:3
7. Titel in München 2003 Jarkko Nieminen, 6:1, 6:4
6. Titel in Dubai 2003 Jiri Novak, 6:1, 7:6
5. Titel in Marseille 2003 Jonas Bjorkman, 6:2, 7:6
4. Titel in Wien 2002 Jiri Novak, 6:4, 6:1, 3:6, 6:4
3. Titel in Hamburg 2002 Marat Safin, 6:1, 6:3, 6:4
2. Titel in Sydney 2002 Juan Ignacio Chela, 6:3, 6:3
Roger Federers erster Titel auf der ATP-Tour, Mailand 2001 Julien Boutter, 6:4, 6:7, 6:4

94. Titel, Shanghai 2017 Rafael Nadal, 6:4, 6:3.

Andy Wong

Federer lässt sich ebenfalls zitieren: «Ich kann es kaum erwarten, im Herbst wieder vor meinem Heimpublikum anzutreten. In Basel zu spielen, ist immer ein Höhepunkt des Jahres.»

Dass Federer auch 2019 mit 38 Jahren noch in Basel spielt, garantiert die Vereinbarung allerdings nicht. Usus ist, dass die Antrittsgage, über deren Höhe branchenüblich Stillschweigen vereinbart wurde, die aber im Bereich zwischen einer halben und einer Million Franken liegen dürfte, erst im Fall einer Teilnahme fällig wird. Das bedeutet zum Beispiel, dass Brennwald die Gage für den im letzten Jahr verletzten Rafael Nadal (30) nicht entrichten musste.

Das waren die Swiss Indoors 2016:

Swiss Indoors Basel 2016
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Marin Cilic steht als zweiter Finalist fest.
Jubel und Erleichterung bei Nishikori.
Kei Nishikori kommt im Halbfinal gegen Giles Muller arg in Bedrängnis, gewinnt schlussendlich jedoch in drei Sätzen und steht im Final.
Wird Marin Cilic im Final auflaufen? Die Entscheidung muss im dritten Satz herbeigeführt werden.
Mischa Zverev zeigt eine starke Partie.
Gilles Muller zeigte eine bärenstarke Leistung und schied trotzdem aus.
Der Schweizer verliert gegen Zverev und ist out.
Mit Marin Cilic steht der letzte Halbfinalist fest. Der Kroate trifft auf Wawrinka-Bezwinger Mischa Zverev.
Der Romand kämpft gegen Zverev um den Einzug ins Halbfinale.
Der Japaner Nishikori liefert im Viertelfinal gegen Del Potro eine überzeugende Leistung ab.
Der Luxemburger Gilles Mueller spielt sich ins Halbfinal.
Wawrinka gewinnt gegen Young und steht somit im Viertelfinal.
Madlaina Barth sorgt sich um die Spieler in Basel.
Juan Martin Del Potro setzt sich gegen Haase durch und trifft im Viertelfinal auf den Japaner Kei Nishikori.
Robin Haase gibt gegen Del Potro vollen Einsatz.
Del Potro trifft auf Robin Haase.
Kei Nishikori gewinnt souverän gegen Paolo Lorenzi.
Richard Gasquet muss gegen Guido Pella mit Rückenproblemen aufgeben.
Entschlossen: Taylor Fritz will ganz nach oben.
Wawrinkas Jubel
Marco Chiudinelli
Wütend entsorgt Wawrinka sein Racket.
Kein Grund zum Lächeln: Wawrinka verliert den ersten Satz mit 6:7.
Alle Schweizer Augen sind heute auf das Duell Wawrinka - Chiudinelli gerichtet
Raonic findet gegen den Litauer Ricardas Berankis kein Rezept und muss bereits nach einem Spiel die Koffer packen.
Und auch für Top-Ten-Spieler Milos Raonic ist bereits in der ersten Runde Endstation.
Der Luxemburger Qualifikant schlägt die Weltnummer 18, Grigopr Dimitrov, und sorgt so für die erste kleine Überraschung.
Mit Henri Laaksonen stand der erste Schweizer im Einsatz. Er traf auf den Spanier Marcel Granollers, verlor den Match jedoch in drei Sätzen.
Marin Cilic bekundete deutlich weniger Mühe zu seinem Auftaktsieg, als auf diesem Bild ersichtlich ist.
Japans Star gewann sein Auftaktspiel letztlich problemlos.
Kei Nishikori in Aktion auf dem Center Court von Basel.
Katherine Jenkins sorgte im Vorfeld von Nishikoris Match gegen Lajovic für Unterhaltung.
Im zweiten Satz gegen Nishikori chancenlos: Dusan Lajovic.
Der Argentinier Federico Delbonis bestreitet die erste Partie - und gewinnt diese gegen den Russen Kuznetsov.

Swiss Indoors Basel 2016

Keystone

Deswegen ist auch davon auszugehen, dass die Eventualität eines vorzeitigen Rücktritts im neuen Kontrakt mit Federer berücksichtigt ist. Die frühzeitige Regelung der wichtigsten Personalie dient vor allem dem Basler Burgfrieden. Denn auf das Turnier warten in den nächsten Monaten immense Herausforderungen.

Wie sehr die Swiss Indoors in den letzten zwei Jahrzehnten zu den Federer-Festspielen geworden sind, offenbart die letztjährige Edition schonungslos. Ohne das lokale Zugpferd und Rafael Nadal (30) wirkte das Turnier blutleer. Die Emanzipation vom damals rekonvaleszenten Federer scheiterte.

Dazu kommen Unabwägbarkeiten, welche die Sanierung der maroden St. Jakobs-Halle mit sich bringen. Bis im Herbst 2018 wird die Spielstätte für 105 Millionen Franken umgebaut. Welche Auswirkungen die Arbeiten haben, ist derzeit noch nicht abzuschätzen. Dass Federer sich langfristig zum Turnier bekennt, ist im Kampf um die 2018 ablaufende Sanktion der Profi-Vereinigung ATP elementar. Auch der Fernsehvertrag läuft dann aus.

Zwar ist eine Verlängerung wahrscheinlich, aber keine Formsache. Zumal seit dem letzten Jahr in Wien ebenfalls ein Turnier der ATP-500-Formel ausgetragen wird. Dort wird ein leicht höheres Preisgeld ausgeschüttet, zudem garantiert der erst 23-jährige Dominic Thiem als Einheimischer auf Jahre hinaus eine gefüllte Halle. Ambitionen auf einen Aufstieg werden auch dem in der Woche vor den Swiss Indoors stattfindenden Turnier in Antwerpen nachgesagt.

Antwerpen und Wien als Konkurrenten der Swiss Indoors

Mit Argusaugen dürfte Roger Brennwald beobachten, wie sich das 2016 erstmals ausgetragene ATP-250-Turnier im belgischen Antwerpen entwickelt. Zwar findet das European Open in der Woche vor den Swiss Indoors statt, trotzdem hegen die Belgier Ambitionen, dereinst in die gleiche Kategorie zu promovieren. Mit David Goffin (26) verfügen die Belgier wie Wien mit Dominic Thiem (23) über ein lokales Zugpferd.

Zudem punkten die Turnier-Organisatoren mit geballter Tennis-Kompetenz.
Als Lizenzinhaber fungiert die Agentur Tennium. Gründungsmitglied und Botschafter des Turniers ist der ehemalige französische Tennisprofi Sébastien Grosjean. Seine Hauptaufgabe besteht darin, die in Antwerpen ansässige Diamantenindustrie als Geldgeber zu gewinnen. Wie bei der letzten Austragung 1998, als Marc Rosset, der im Jahr zuvor gewonnen hatte, im Final stand. Nachteilig auswirken könnte sich für die Ambitionen der Belgier, dass die Lotto-Arena mit einem Fassungsvermögen von 4500 Zuschauern für ein Turnier der ATP-500-Stufe zu klein ist.

Zwar machen die Veranstalter offiziell keinen Hehl aus ihren Ambitionen, verstecken sich auf Anfrage aber hinter verklausulierten Aussagen, wonach die Premieren-Ausgabe vom Vorjahr erst sorgfältig rekapituliert werden müsse, bevor über weitere Massnahmen diskutiert werde. Basels Turnierdirektor Roger Brennwald demonstriert indes Gelassenheit. Er verweist auf die langjährige Tradition der 1970 erstmals ausgetragenen Swiss Indoors. Brennwald: «Im Sport und gerade im Tennis ist das ein grosses Kapital. Ein Kapital, das man nicht kaufen kann.»

Wichtige Suche nach Titelsponsor

Obwohl im Herzen Europas und im Dreiländereck zwischen der Schweiz, Deutschland und Frankreich gelegen, kann Basel wirtschaftlich und geopolitisch im Verdrängungskampf mit Metropolen aus dem asiatischen Raum nicht mithalten. Genau dort aber sieht die florierende Profi-Vereinigung ATP weiteres Expansionspotenzial.

Ein Fakt, den auch InfrontRingier akzeptieren musste. Vor zweieinhalb Jahren wurde der Sportvermarkter damit mandatiert, einen neuen Titelsponsor zu akquirieren. Nun wurde bekannt, dass die Vereinbarung per Ende 2016 in gegenseitigem Einvernehmen aufgelöst worden ist. Seit sich Davidoff 2010 wegen des Verbots von Tabakwerbung nach 16 Jahren Kooperation zurückziehen musste, klafft im Budget eine Lücke von mehreren Millionen Franken.

Ab sofort kümmert sich Brennwald mit seinem Kernteam um das für die Zukunft wichtigste Traktandum. Die Klärung der Personalie Federer ist ein starkes Argument. Auch deswegen ist der Basler Burgfrieden ein Glücksfall.