Was um alles in der Welt ist in diese sechs Typen gefahren? Sie sind eigens aus England in Tschechiens Hauptstadt gereist, um ihr Team im Achtelfinal der Europa League gegen Slavia Prag zu unterstützen. Doch bevor sie das tun, beleidigen sie den ehemaligen Chelsea-Crack Mohamed Salah übel. Johlend sind sie auf einem Video zu sehen: «Ai, ai, Salah is a bomber!» («Ai, ai, Salah ist ein Bombenattentäter!»). Wir verzichten an dieser Stelle auf die Verbreitung dieses Materials – stattdessen kriegen Sie ein Video von Salahs besten Aktionen im Jahr 2019 serviert.

Mohamed Salahs beste Aktionen und Tore 2019.

Offenbar hat die Uefa umgehend reagiert. Wie verschiedene Nachrichtenportale melden, sollen drei der Rassisten noch vor dem Spiel identifiziert und nicht ins Stadion eingelassen worden sein. An der Identifikation der weiteren Übeltäter wird gearbeitet. Auch der Ex-Klub Salahs meldete sich zu Wort: «Der FC Chelsea findet alle Formen diskriminierenden Verhaltens abscheulich. Wenn es klare Beweise gibt, dass Dauerkarteninhaber oder Mitglieder von Chelsea in dieses Verhalten verwickelt sind, werden wir die schärfsten Maßnahmen gegen sie ergreifen.»

«Beschämend für Chelsea»

Nicht zum ersten Mal fallen die Fans der Blues mit rassistischen Beleidigungen auf. Bereits im Dezember wurde Raheem Sterling von Manchester City an der Stamford Bridge beschimpft. Chelsea hat die Fans schon damals mit einem Stadionverbot belegt. «Solche Einzelpersonen sind beschämend für die große Mehrheit der Chelsea-Anhänger. Wir werden sie in unserem Verein nicht dulden», betonte der Klub in der Mitteilung, die er nach dem Spiel gegen Slavia Prag auf Twitter publizierte. 

Das Verhalten der Klubs in England ist vorbildlich. Auch Salahs aktueller Arbeitgeber meldet sich umgehend zu Wort: «Das Video ist gefährlich und beunruhigend. Dieses Verhalten muss als das bezeichnet werden, was es ist - unverfälschter Fanatismus. Dafür gibt es im Fußball keinen Platz und auch nicht in der Gesellschaft.» Tagsdarauf legt Liverpool-Manager Jürgen Klopp noch einen drauf: «Wir müssen dafür sorgen, dass diese Dinge richtig bestraft werden. Diese Leute sollten kein Fußballspiel mehr im Stadion sehen dürfen.»

Am Sonntag kommts zum Spitzenkampf

Am Sonntag kommt es in der Premier League zum Spitzentreffen zwischen Liverpool und Chelsea. Die Blues sind zu Gast bei den Reds. Dann werden sich die beiden Mannschaften auf dem Platz nichts schenken, es geht für Liverpool um den ersten Meistertitel seit 29 Jahren. Doch im Vorfeld spannen sie zusammen. Im Kampf gegen den Rassismus. «Wir danken Chelsea für die Verurteilung dieses Verhaltens und das rasche und entschiedene Vorgehen gegen die Verantwortlichen.»